Der erste Kontakt und die Wohnungsbesichtigung

Im Folgenden möchte ich euch meine Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei dem Verein „Bergedorfer für Völkerverständigung e.V.“ und von der Begleitung bei der Wohnungsvermittlung an geflüchtete Personen berichten. Einleitend möchte ich zum besseren Verständnis ein paar Information über den Verein wiederholen.

Wie kommen die Menschen an die Wohnung?

Dieser ist ein Zusammenschluss von ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, die bei der Vermittlung von Wohnungen an geflüchtete Personen helfen. Sie sind in diesem Sinne als Wohnungslots/innen tätig. Der Verein bekommt jährlich eine bestimmte Anzahl von Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt, die an geflüchtete Personen direkt vermittelt werden.

Die Personen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um bei dem Verein als potentielle Mieter/innen aufgenommen zu werden. Wenn dieser Schritt getan ist und eine Wohnung zur Verfügung steht, wird eine geflüchtete Person als Mietinteressent/in ausgewählt, zu dem/der die Wohnung eventuell passen könnte.

Ring Ring!

Das Telefon klingelte. Am anderen Ende der Leitung war die Dame von dem Verein, die mich kontaktierte, um mir mitzuteilen, dass ich meinen ersten Auftrag für eine Begleitung mit einer geflüchteten Person hätte. Doch es kam etwas anders als gedacht. Anstatt eine Direktvermittlung zu begleiten, sollte ich zunächst zu zwei geflüchteten Personen den Kontakt herstellen, die für dieselbe Wohnung als potenzielle Mieter in Frage kamen. Die Kontaktdaten von den beiden wurden mir von derselben Dame gegeben. Ich machte den ersten Schritt und meldete mich bei beiden, um ihnen mitzuteilen, dass ich sie bei der Wohnungsbesichtigung, die uns die Tage bevorstehen sollte, begleiten würde. Somit war der erste Kontakt hergestellt.

Afghanistan, Syrien, Hamburg

Ich war sehr positiv überrascht an dem Tag der Wohnungsbesichtigung. Mir standen junge, modern gekleidete Männer gegenüber, die ich auf den ersten Blick nicht als geflüchtete Personen identifiziert hätte. Der eine war aus Afghanistan, der andere aus Syrien geflüchtet, und beide seit ca. drei Jahren in Deutschland. Als wir ins Gespräch kamen, bemerkte ich schnell, dass beide Personen die deutsche Sprache auf einem angemessenen Niveau beherrschten, jedoch unzureichend, um die Wohnungsabwicklung selbst zu bewältigen. Ich musste mich öfter im langsamen Tempo wiederholen, da vieles nicht sofort verstanden wurde.

Bei der Wohnungsbesichtigung ging es um eine Ein-Zimmer-Wohnung mit einer Dusche und einer Küche. Die Freude der beiden jungen Männer war sehr groß. Denn zu dem Zeitpunkt wohnten sie noch mit weiteren Menschen in einem viel kleineren Zimmer, mit Gemeinschaftsbad etc. Nun war man dem Ziel einer eigenen Wohnung zum Greifen nah. Nachdem beide Personen die Anträge ausgefüllt hatten, verließen wir die Wohnung und vereinbarten direkt einen Termin bei der Fachstelle für Wohnungsnotfälle wegen der Kostenübernahme. Somit verlief alles reibungslos und ich freue mich auf die bevorstehenden weiteren Aufgaben.

Bleibt dran!

Ceren Mucuk

 

 

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