21.01.2020: Obdachlosigkeit in Hamburg – ein Fall für den europäischen Hilfsfonds? Eine Abwägung von Pro und Contra

Velina Weber, Social Bridge Hamburg, Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHAP)

Seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgarien und Rumänien in 2014 steigt deutschlandweit die Zahl der Bürger_innen aus diesen EU-Ländern, insbesondere in den Metropolen. Neben gut ausgebildeten und hochqualifizierten Fachkräften kommt eine kleine Gruppe an Menschen, die einen niedrigen Bildungsstand und keine erlernten Berufe aufweist und/oder teilweise zu den Minderheiten in ihren Herkunftsländern gehört. Wegen der existenziellen Not und Aussichtslosigkeit in ihren Heimatländern wandern diese Personen nach Deutschland ein – in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und ihre Familien. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, fehlender Informationen und Orientierung gerät dieser Personenkreis allerdings häufig in unzumutbare, illegale Wohnverhältnisse und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse. Die neuzugewanderten Bürger_innen und ihre Bedürfnisse verändern deutlich das Bild der Hilfe- und Ratsuchenden in den niedrigschwelligen sozialen Einrichtungen. Dem so neu entstandenen Bedarf will der Europäische Hilfefonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) entgegenkommen, der im März 2014 mit dem Ziel eingerichtet wurde, Armut und Benachteiligung europaweit zu verringern.

Velina Weber ist Sozialberaterin beim Diakonischen Werk Hamburg und arbeitet in einem der drei laufenden EHAP-Projekte in Hamburg. „Social Bridge Hamburg“ richtet sich an neuzugewanderte Unionsbürger*innen – insbesondere aus osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten –, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Was können die Sozialarbeiter_innen im EHAP für die Ratsuchenden tun und wo stoßen sie an Grenzen? Kann der EHAP zum Beenden der Wohnungslosigkeit der Betroffenen beitragen?

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. statt.
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

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