Referent/innen im Studienprogramm „Hamburg für alle – aber wie“?

Dominik Bloh, Jahrgang 1988, ist mit 16 zu Hause rausgeflogen und war danach regelmäßig obdachlos. Zehn Jahre hat er immer wieder in Hamburg auf der Straße gelebt – und es schließlich geschafft, sein Leben in den Griff zu bekommen. Jetzt hat er einen Job, eine Wohnung – und sein erstes Buch geschrieben: “Unter Palmen aus Stahl: Die Geschichte eines Straßenjungen”. Mit seiner Geschichte macht er obdachlosen Menschen Mut und gibt allen anderen die Chance, einen Perspektivwechsel zu vollziehen.

Prof. Dr. Matthew Braham ist seit 2017 Professor für Praktische Philosophie an der Universität Hamburg. Von 2010 bis 2017 war er als Professor für Politische Philosophie an der Universität Bayreuth tätig. Seine Forschung weist einen systematischen und interdisziplinären Schwerpunkt in politischer Philosophie auf und umfasst auch Aspekte der Wohlfahrtsökonomik sowie der politischen Theorie. Überwiegend beschäftigt er sich mit Kernbereichen politischer und moralischer Philosophie, insbesondere der systematischen Analyse von Macht, Freiheit und Verantwortung. Sein wissenschaftliches Ziel ist es, unser Verständnis von individueller moralischer Verantwortung im Rahmen kollektiver Handlungen zu systematisieren und zu fördern. Dabei sind für ihn sowohl strukturierte Arten der Entscheidungsfindung, bspw. in Gremien, als auch dezentralisierte Arten wie Markttransaktionen von Bedeutung.

Mauricio Bustamante ist Fotojournalist und Dokumentarfotograf. Er lebt in Hamburg und arbeitet weltweit als Fotograf für zahlreiche Magazine und Firmenkunden mit dem Schwerpunkt Fotojournalismus und Dokumentarfotografie, sowie Portraitfotografie, Corporate und Editorial. Er arbeitete von 1991 bis 1993 als Fotojournalist bei „Noticias Argentinas“. Anschließend war er von 1993 bis 1995 im Auftrag argentinischer Medien unterwegs in Spanien. Als freier Fotograf ist er seit 1995 für die Fotoagentur Visum tätig und wird 1996 Mit-Begründer von MOVING PICTURES, die Dia-Performances zu Live-Musik veranstalten. Für Hinz&Kunzt, das Hamburger Straßenmagazin, arbeitet er seit dem Jahr 2000 als Fotograf. Zu seinen weiteren Auftraggebern gehören u.a. Der Spiegel, Brigitte, 11 Freunde, Wiener Zeitung, und Pagina 12.

Burkhard Czarnitzki hat an der FHS Rauhes Haus Dipl. Sozialpädagogik studiert. Er war sieben Jahre als Sozialpädagoge in einer Wohngruppe des Rauhen Hauses Hamburg tätig. Seit 24 Jahren ist er bei basis & woge e.V. Hamburg beschäftig, davon 18 Jahre im KIDS – Anlaufstelle für Straßenkinder am Hamburger Hauptbahnhof als Streetworker.  Seit 6 Jahren ist er Abteilungsleiter Jugendsozialarbeit (KIDS, sidewalX, SchlafStatt). Er ist 1. Vorsitzender des „Bündnisses für Straßenkinder in Deutschland e.V. und seit 2 Jahren Mitglied des Hamburger Landesjugendhilfeausschusses.

Falko Droßmann ist Bezirksamtsleiter des Bezirksamts Hamburg- Mitte. Er ist Berufssoldat und Oberstleutnant der Luftwaffe und wurde 1973 im oberbergischen Wipperfürth geboren. Nach einer Ausbildung bei der Polizei und Abitur an einem beruflichen Gymnasium studierte er an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg Geschichte. Bevor Falko Droßmann im März 2016 zum Bezirksamtsleiter ernannt wurde, leitete er an der Helmut-Schmidt-Universität einen Fachbereich mit rund eintausend Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Falko Droßmann trat 2001 in die SPD ein. Seit 2004 war er Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte.

Thorsten Eikmeier arbeitete nach seinem Studium der Sozialen Arbeit zunächst beim Verein Jugend und Sport e.V. und in der Fanbetreuung des Hamburger SV. Von 2015 bis 2017 war er dann als Sozialarbeiter in der Caritas Krankenstube für Obdachlose tätig. Seit 2017 leitet er die Einrichtung, die insgesamt 20 stationäre Betten für die Pflege von Menschen anbietet, die aus unterschiedlichen Gründen nicht durch das Regelsystem versorgt werden.

Uwe Giffei ist studierter Historiker. Seit Mitte der 90er Jahre ist er politisch aktiv, hat sich im AStA der Universität Hamburg engagiert, bei ver.di und der Wählervereinigung Regenbogen – für eine neue Linke. Seit 2009 ist er Mitglied der SPD und seit 2014 Vorstandsmitglied im SPD-Distrikt Eimsbüttel-Süd. Seit März 2015 ist er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und Wahlkreisabgeordneter des Wahlkreises 5 Rotherbaum-Harvestehude-Eimsbüttel (Ost). Dort sitzt er im Ausschuss für Wissenschaft und Gleichstellung, im Sozialausschuss sowie im Schulausschuss. Seit 2002 arbeitet er als Rechtsberater im flucht•punkt, einer Hilfsstelle der Evangelisch-Lutherischen Kirche Nordelbien in Hamburg.

Johan Graßhoff arbeitet seit 2014 als Straßensozialarbeiter für das Hamburger Diakonie-Zentrum für Wohnungslose. Zusammen mit seiner Kollegin sucht er obdachlose Menschen in der Hamburger Innenstadt auf, berät und begleitet sie zu sozialen Einrichtungen, zu Einrichtungen mit medizinischen Angeboten, Krankenhäusern, Ämtern oder Behörden.

Alexander Hagner ist Architekt bei gaupenraub +/- und Stiftungsprofessor für Soziales Bauen, Fachhochschule Kärnten in Spittal an der Drau. Er gründete mit Ulrike Schartner 1999 das Wiener Architekturbüro gaupenraub+/-, das sie seither gemeinsam führen. Neben ihren außergewöhnlichen Projekten wie zum Beispiel dem 2010 gebauten Eiermuseum für den Bildhauer Wander Bertoni finden vor allem ihre realisierten Arbeiten für benachteiligte Menschen wie z.B. die Notschlafstelle VinziRast (2004), das Memobil (2012), ein Möbel für Demenzkranke oder die VinziRast-mittendrin (2013), ein Gebäude für das Zusammenleben von obdachlosen Menschen und Studierenden sowie die kürzlich fertiggestellte Wohngemeinschaft für Flüchtlinge VinziRast HOME inzwischen international Beachtung. Parallel übernahm Hagner seit 20 Jahren externe Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen und war von 2015 bis 2016 Gastprofessor an der TU-Wien. Seit 2016 ist Hagner Stiftungsprofessor für soziales Bauen an der Architekturfakultät der FH Kärnten.

Andrea Hniopek ist Leiterin des Fachbereichs Existenzsicherung bei der Caritas Hamburg. Sie ist Dipl.-Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin und seit 24 Jahren in der Wohnungslosenhilfe tätig. Andrea Hniopek ist außerdem Mitglied im Vorstand der Katholischen Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und Mitglied im Fachausschuss Gesundheit und der AG Migration der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe.  Seit 2004 ist sie Dozentin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, an der Fakultät Wirtschaft und Soziales, im Department Soziale Arbeit.

Karen Holzinger studierte Sozialarbeit und arbeitete anschließend 8 Jahre lang in der „City-Station“, einem Restaurant für wohnungslose Menschen. In dieser Zeit wurde mit ihrer Beteiligung dort u.a. das Angebot „Kältebus®“ entwickelt, das im Winter 2019/20 seinen 25. Geburtstag feiert! 2009 übernahm sie nach einem einjährigen Sabbatical in Südamerika Leitungsverantwortung für die Wohnungsnotfallhilfe der Berliner Stadtmission. Seit 2018 konnte dort gemeinsam mit der „Neuen Chance gGmbH“ nach 5 Jahren intensiver Vorarbeit das Modellprojekt „Housing First“ an den Start gebracht werden.

Stephan Karrenbauer ist Sozialarbeiter und arbeitet seit 24 Jahren beim Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt. Zuvor arbeitete er in der Drogentherapie und war für den Aufbau einer niedrigschwelligen Suchtstation in Hamburg verantwortlich. Danach arbeitete er mehrere Jahre im stationären Bereich einer Drogeneinrichtung.

Sören Kindt hat in Hamburg Soziale Arbeit mit den Schwerpunkten Armut und Existenzsicherung studiert und arbeitet seit 2017 in der Krankenstube für Obdachlose des Caritasverbands. Schwerpunkte der Arbeit sind die niedrigschwellige Organisation gesundheitlicher Hilfen und Angebote der Existenzsicherung für von Obdachlosigkeit betroffene Personen.

Wiebke Krause ist Teamleiterin der mobilen Beratung bei der Caritas Hamburg. Sie ist gebürtige Hamburgerin und seit 20 Jahren im Bereich Soziale Arbeit als Fortbildnerin und in verschiedenen Projekten tätig. Diese langjährige Fachpraxis hat ihr unzählige Einblicke in die Unterstützungsstrukturen für marginalisierte Gruppen in der Stadt ermöglicht. Von 2009 bis 2015 war Frau Krause im Café Why not? als Projektleitung tätig. Von 2015 bis Mai diesen Jahres war sie die Referentin für Flüchtlingshilfe beim PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Hamburg e.V. Zurzeit ist sie Teamleitung der mobilen Beratung bei der Caritas Hamburg e.V. Freiberuflich ist Sie als Dozentin für das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Arbeit und Leben Hamburg e.V., die Fachschulen für Sozialpädagogik und viele andere tätig.

Sonya Labidi ist Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin und arbeitet bei Jugendbildung Hamburg gGmbH. Sie hat Sozialwesen mit dem Schwerpunktbereich Soziale Therapie an der Universität Kassel studiert. Vor dem Studium absolvierte sie eine schulische Ausbildung zur Erzieherin. Seit 2007 arbeitet sie als Sozialarbeiterin und Projektleitung bei Trägern im Kontext von SGB II und III. 2012 hat sie das Projekt UWE als SGB II-Maßnahme „Aktivcenter für Wohnungslose“ ins Leben gerufen. Sie weist zudem Fachpraxis aus der akzeptierenden Drogenarbeit, der Freizeit- und Zirkuspädagogik, der feministischen Sozialarbeit, sowie der Gremienarbeit bei einem Dachverband vor.

Van Bo Le-Mentzel, geboren 1977 in Thailand, wurde bekannt durch die Erfindung des Do It Yourself-Blogs Hartz IV Möbel. Mit vielen unterschiedlichen Initiativen engagiert sich der ehemalige Graffitikünstler für Do It Yourself-Kulturen, demokratisches Design und gesellschaftliche Teilhabe. Le Mentzel gilt als Erfinder des kleinsten Hauses der Welt: Das “One-Sqm-House” (2012 für das Guggenheim Lab). Er provoziert mit Thesen wie der Forderung nach der Abschaffung der Miete (2013, Unreal Estate House, für die Pinakothek der Moderne München). Sein bekanntestes Möbel ist der „Berliner Hocker” (2010, Maxim Gorki Theater). Dieser wurde auf zahlreichen Museen ausgestellt (u.a. im MfG Zürich, Vitra Design Museum) und war Teil der zentralen Abiturprüfung in Hessen. Le-Mentzel fragt sich in seiner Arbeit, was die Aufgabe des Architekten von morgen ist. 2015 war er Gastprofessor im Studienschwerpunkt Design an der HfBK.

Andreas Stasiewicz ist Koordinator des Projekts „Plata“ der Stadtmission Hamburg/ Hoffnungsorte Hamburg. Nach seinem Studium der Soziologie in Breslau/Polen und Hamburg war er als Sozialarbeiter, freiberuflicher Dolmetscher und Berater tätig und hat in zahlreichen internationalen Projekten mitgewirkt. Seit 2010 ist er für die Koordination der transnationalen Sozialprojekte „Plata“ und „Anlaufstelle für EU-Bürger“  in Hamburg verantwortlich.  Er ist langjähriger Mitarbeiter der Stadtmission Hamburg / Hoffnungsorte Hamburg.

Andreas Thiel leitet das Referat Öffentliche Unterbringung in der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), Amt für Soziales – Abteilung Wohnungslosenhilfe und Unterbringung, Zuwanderung aus der EU. Zu den Aufgaben dieses Referates gehören insbesondere die verschiedenen Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, in denen obdach- bzw. wohnungslose Menschen vorübergehend durch die Stadt Hamburg untergebracht und betreut werden und weitere Hilfen auf dem Weg in eine eigenständige Lebensperspektive erhalten.

Christina Wagner war einige Jahre als examinierte Krankenschwester in der Krankenpflege tätig, ehe sie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg bis zum Masterabschluss Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt „Soziale Sicherung“ studierte. Seitdem arbeitete sie mit und für wohnungslose Menschen im Winternotprogramm bei fördern und wohnen, in einer der bezirklichen Sozialen Beratungsstellen für Wohnungslose und ist seit 2017 in der Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Hamburg Mitte beschäftigt. Zwischendurch hatte sie einen Lehrauftrag an der HAW Hamburg zum Thema „Helfen“.

Velina Weber ist gebürtige Bulgarin und lebt seit 2001 in Hamburg, wo sie ihr Studium der Germanistik, Romanisitk und Journalistik erfolgreich absolvierte. Seit 2014 arbeitet sie als Sozialberaterin beim Diakonischen Werk Hamburg. Zunächst war sie bei der Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen und seit 2016 im EHAP-Projekt (2016-18: “Perspektiven in Europa schaffen” und 2019-20 “Social Bridge Hamburg – Orientierung für EU-Zugewanderte”) tätig. Im Rahmen des EHAP-Projektes berät sie in einem mehrsprachigen Team Neuzugewanderte aus der EU, insbesondere aus osteuropäischen Mitgliedsstaaten, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Sie und ihre Kolleginnen begleiten die Ratsuchenden zu Behörden, Einrichtungen, Arztpraxen, Beratungsstellen etc. und versuchen die bedürftigen Menschen an das reguläre Hilfesystem anzubinden. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Antidiskriminierungsarbeit und die Genderproblematik.

Katrin Wollberg leitet den Bereich „Spezialangebote Übernachtungen“ beim städtischen Unternehmen „fördern & wohnen“. Das sind die Notunterkünfte für obdachlose Menschen. Sie ist Dipl.- Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt Sucht. Bevor sie bei fördern & wohnen die Bereichsleitung übernahm, arbeitete sie u.a. mit Kindern und Jugendlichen bei Kinderglück e.V., bei Ragazza e.V., bei herz as, beim Stützpunkt für Obdachlose der Caritas sowie in Wohngruppen für intensivbetreute Jugendliche.