Kita-Projekt: Tag 1 – Einheit 1 und 2

Einheit 1

Zum Einstieg in das Projekt saß ich mit den Kindern in einem Stuhlkreis. Die Kinder hatten über das Wochenende die Aufgabe drei Bilder zu malen, die ich mit den Kindern nacheinander besprochen habe.

Mein Zuhause

Jedes Kind hat ein Bild von seinem Zuhause gemalt. Zu Beginn pinnte immer ein Kind sein Bild an eine Magnetwand und stellte das Bild vor. Ich stellte ein paar Fragen, um mehr über das Zuhause zu erfahren. Die Bilder waren alle sehr unterschiedlich. Ein Kind hat versucht jeden Raum zu malen, ein anderes hat nur sein eigenes Zimmer gemalt. Manche Kinder wollten ihre Bilder nicht zeigen, sodass wir deswegen ein Frage-Aufsteh-Spiel spielten, wo ich den Kindern eine Frage stellte über ihr Zuhause und wer diese mit „Ja“ beantworten konnte, stellte sich in die Mitte unseres Kreises. Manche Kinder hatten mehrere Badezimmer, andere nur eins. Bei einigen Kindern gibt es keinen Tisch in der Küche, sondern in einem Esszimmer. Einige Kinder teilen sich ihre Zimmer mit ihren Geschwistern und andere haben ein Zimmer für sich allein. Viele schlafen in einem Hochbett, andere gehen auch gerne mal zu ihren Eltern ins Bett. Die meisten haben keinen Garten, aber dafür einen Balkon. Kein Kind lebt in einem Haus allein mit der eigenen Familie, alle wohnen in einem Mehrfamilienhaus.

Danach gingen wir zum zweiten Bild über.

Was mir besonders wichtig ist

Da waren sich eigentlich alle Kinder einig, dass ihre Spielsachen besonders wichtig sind. Einem Mädchen war ihr Garten sehr wichtig und die Spielgeräte dort drin. Haustiere kamen auch auf die Liste von Wichtigkeit. Im Anschluss daran, wollte ich von den Kindern wissen, auf was sie verzichten könnten in ihrem Zuhause. Ein Mädchen sagte, dass sie ihre Pixi-Bücher nicht unbedingt mehr braucht. Alle anderen hatten keine Antwort darauf und fanden alles wichtig, was sie Zuhause haben.

Danach schauten wir auf das dritte Bild.

Welche Menschen sind mir besonders wichtig?

Dafür war die Aufgabe, für jede Person, die einem wichtig ist, ein Kind in den Kreis zu bitten, damit man am Ende zählen kann, wie viele Menschen einem wichtig sind. Diese Aufgabe war für die Kinder etwas zu abstrakt, da sie sich beispielsweise weigerten die Oma oder den Opa zu repräsentieren, sodass ich mit dieser Methode schnell zu einem Ende kam und das Frage-Aufsteh-Spiel wieder anwendete. Alle Kinder fanden ihre Mutter, ihren Vater und ihre Geschwister am wichtigsten. Omas, Opas, Tanten und Onkel folgten dicht danach. Auch Freunde haben bei einigen eine sehr große Bedeutung.

Einheit 2

Ich legte eine große Pappe in die Mitte des Stuhlkreises. Darauf kamen Decken und Kissen. Ich meinte zu den Kindern: „So könnte das Zuhause von einem obdachlosen Menschen aussehen. Die Kinder schauten darauf. Ich hatte zwei Bilder von Obdachlosen Personen ausgedruckt und reichte sie an die Kinder, sodass sie sich diese anschauen konnten. Zuerst blieb dies meinerseits kommentarlos, da ich schauen wollte, wie die Reaktionen der Kinder sind. Die Kinder waren sehr ruhig und schauten sich sehr aufmerksam die Bilder an. Ein Kind fing an zu fragen: „Wo schläft der Mann?“ Ich antwortete: „Dieser Mensch ist obdachlos und hat kein Zuhause und schläft deswegen auf der Straße.“ Das Kind war sehr erschrocken und sagte: „Auf der Straße? Das ist doch gefährlich, da kann der überfahren werden.“ Ein anderes Kind erklärte: „Die wohnen auf der Straße, heißt, dass sie nicht in einem Haus wohnen. Bei mir in der Nähe wohnen auch obdachlose Menschen, aber die machen da immer ganz schön viel Müll und es stinkt da, weil die da auch hinmachen.“ Ich fragte die Kinder: „Wo glaubt ihr ist denn deren Toilette?“ Ein Kind sagte: „Die haben keine.“ Und ich fragte: „Also, wo sollen die sonst hinmachen, wenn sie keine Toilette haben?“ „Ins Gebüsch,“ war die Antwort darauf. „Aber war bei den Obdachlosen ein Gebüsch in der Nähe?“ fragte ich. „Nein,“ sagte das Kind. „Wo können die Menschen denn duschen gehen, damit sie nicht mehr unangenehm riechen?“ fragte ich. Darauf hatten die Kinder keine Antwort. Die Kinder fingen darüber an zu diskutieren. Haben die Menschen auch eine Mama? Gibt es obdachlose Kinder? Dürfen obdachlose Eltern ihre Kinder besuchen? Waren obdachlose Menschen auch mal Kinder? … Es entstanden ganz schön viele Fragen, die ich versuchte, den Kindern zu erklären. Die Frage, wo die Mama von obdachlosen Menschen sei und ob diese betroffenen Personen auch mal ein Kind waren, schenkte mir eine passende Überleitung zur nächsten Einheit.

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