Kollau vs Friese

Das Winternotprogramm Hamburgs verfügt über zwei Einrichtungen. Die Einrichtung in der Friesenstraße (Hammerbrook) ist auch 2018/19 wieder in Betrieb, während der zweite Standort zum ersten Mal in der Kollaustraße (Lokstedt) zu finden ist.

Wegen Überbelegung müssen teilweise Menschen aus der “Friese” in die “Kollau” wechseln.

Die „Friese“ ist mit etwa 400 Schlafplätzen die größere Einrichtung und die „Kollau“ verfügt über rund 250 Betten, die in Containern untergebracht sind. Obwohl aufgrund ihrer geringeren Größe und ihrer Lage in einem Wohngebiet die Einrichtung in der Kollaustraße als die ruhigere gilt (und ihre Bewohner/-innen dementsprechend auswählt), scheint sie bei Menschen, die das Winternotprogramm (WNP) in Anspruch nehmen wollen, der unbeliebtere Standort zu sein. Diese Erfahrung haben wir gemacht, da wir in der Einrichtung in der Friesenstraße arbeiten und regelmäßig, um einer Überbelegung entgegenzuwirken, Menschen davon überzeugen sollen, in die Kollaustraße umzuziehen.

Die “Kollau” ist ruhiger, liegt aber nicht zentral genug.

Oft stößt dieser Vorschlag auf Ablehnung, denn die Nähe der Friese zum Hauptbahnhof überwiegt gegenüber dem Argument, dass die Kollau die angenehmere, ruhigere Einrichtung ist. Ein Bus-Shuttle ist zwar eingerichtet, fährt abends um 19 Uhr von der Friesenstraße aus in die Kollaustraße und morgens um 9:30 Uhr wieder zum Hauptbahnhof. Wer aber darauf angewiesen ist, ist jeglicher Flexibilität beraubt. So schaffen es einige nicht, die Abfahrts- mit ihren Arbeitszeiten in Einklang zu bringen.

Einmal haben wir in der “Kollau” hospitiert.

Im Gegensatz dazu ist die Kollaustraße bei Mitarbeiter/-innen des WNP ein attraktiver Arbeitsplatz, da es dort vergleichsweise weniger hektisch und aufgeladen zugeht. Aus diesem Grund wollten wir auch einmal im Standort in der Kollaustraße hospitieren, um einen eigenen Eindruck zu bekommen. Diese Möglichkeit haben wir letzte Woche bekommen.

Hier ist mehr Kontakt zu den Menschen möglich.

Obwohl wir dort im Grunde die gleiche Aufgabe wie in der Friesenstraße hatten (heißt: „Check-In“), hatten wir die Möglichkeit, mehr auf die Einzelpersonen einzugehen, da weniger Menschen zur gleichen Zeit ankommen. In der Friesenstraße ist uns oft aufgefallen, dass aufgrund der großen Zahl an Menschen, mit denen an der Aufnahme erst einmal die grundlegende Frage des: „Wo schläfst du?“ zu klären ist, oft die Zeit fehlt, auf einzelne Personen und ihre Bedürfnisse einzugehen. Es wäre natürlich wünschenswert, jeder Person gerecht werden zu können, besonders in schwierigen Lebenslagen wie diesen.

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