Hintergrund zum Studienprogramm

Hamburg für alle – aber wie? Engagement für Wohnungs- und Obdachlose

Wohnen ist ein Menschenrecht! Bezahlbarer Wohnraum in Hamburg jedoch knapp. Die Auseinandersetzung mit Armut, Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Das Studienprogramm „Hamburg für alle – aber wie?“ möchte Studierende für die Relevanz und Komplexität dieses großen Themas und für die Lebenslagen von Betroffenen sensibilisieren.

Campus und Community zusammenbringen: Third Mission von Hochschulen

Im Gedanken der „Third Mission“ von Hochschulen und anknüpfend an das Konzept des Lernens durch Engagement/ Service Learning soll der Wissenstransfer zwischen Universität und Gesellschaft verbessert und wissenschaftliches Studium gezielt mit zivilgesellschaftlichem Engagement verzahnt werden. Dies drückt sich in der Struktur des Programms aus:

Die interdisziplinäre Ringvorlesung (2 SWS) vereint Vorträge zu Themen, die für ein theoretisches Hintergrundwissen sowie für die praktische Freiwilligenarbeit relevant sind. Als Referent/innen sind Expert/innen aus der Praxis, aus Politik, Journalismus und Wissenschaft geladen, die viel Erfahrung haben und mit den Zuhörer/innen teilen. Folgende Kernthemen prägen die Reihe:

  • Leben in Armut – Leben in Würde. Einblicke in das Hamburger Straßenleben (Fotovortrag)
  • Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Hamburg: Ursachen, Statistik, Hilfe- und Unterstützungssystem
  • Armutsbekämpfung als Auftrag der Kommunalpolitik
  • Unterstützungsstrukturen für Wohnungs- und Obdachlose zwischen Professionalität und Ehrenamt
  • Öffentliche Unterbringung von Obdachlosen und Winternotprogramm
  • Bezahlbar und integrativ: Was gute Architektur für das Zusammenleben leistet
  • Armut und Gesundheit: Medizinische Hilfe für Obdachlose
  • Lebenslagen obdachloser Frauen
  • Lebenslagen von Straßenkindern und jungen Obdachlosen
  • Arbeitsmigration – Armutsmigration? Obdachlose aus Osteuropa

Die Ringvorlesung wird durch ein spezifisches Exkursionsprogramm zu Behörden, NGOs und Initiativen ergänzt. Im Rahmen der Projekt- und Forschungswerkstatt (2 SWS) engagieren sich die Teilnehmer/innen ehrenamtlich in Projekten für Wohnungs- und Obdachlose bzw. entwickeln eigenständig Projekte. Sie bieten den Menschen Unterstützung an und leisten so einen aktiven Beitrag zur Verbesserung deren Lebenssituation und zum sozialen Zusammenleben in der Stadt.

Projekt „Engagementförderung durch universitäre Lehre“

Im Sommersemester 2017 und Wintersemester 2017/18 wurde das Lehrentwicklungsprojekt „Engagementförderung durch universitäre Lehre“ im Rahmen des „Lehrlabor Universitätskolleg“ (BMBF-gefördert).

Das pilotierte Studienprogramm „Refugees welcome – aber wie?“ konnte so weiterentwickelt und für einen Transfer und eine Skalierung nutzbar gemacht werden. Dies implizierte sowohl die methodisch-didaktische Weiterentwicklung als auch die kontinuierliche Vernetzung der Hochschule mit professionellen und ehrenamtlichen Akteuren und Institutionen in Hamburg sowie mit VertreterInnen der Hamburger Zivilgesellschaft.

Innerhalb des Förderzeitraums sollte ein Prototyp „Engagementförderung in der universitären Lehre“ entwickelt werden, der als Modell für die Umsetzung von Lehrprojekten zu weiteren „epochaltypischen Schlüsselproblemen“ (Klafki) zur Verfügung steht.

Projektverantwortung

Cornelia Springer, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Projektleitung „Engagementförderung durch universitäre Lehre“
Fakultät für Geisteswissenschaften, Studiendekanat

E-Mail: cornelia.springer@uni-hamburg.de
Telefon: +49 (0)40 42838 4046