Mein Engagement bei Hanseatic Help

Abschlussbericht von Kathrin Nagel

Groß, größer, Hanseatic Help! Das ist in etwa der erste Eindruck, der einem entgegenspringt, wenn man die Halle an der Großen Elbstraße 264 betritt. Zuerst ist es sehr schwierig sich zwischen Kleidung und Regalen zurecht zu finden, doch zum Glück wuseln vor Ort eine Menge Menschen herum, die stets bereit sind einem mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nach einer ersten Tour durch die Halle, bei der mir die grobe Struktur gezeigt wurde, damit ich weiß wo ich was finde, ging es auch direkt los mit dem Mitarbeiten. Das spiegelt das Motto von Hanseatic Help wider: „Einfach machen“. Es wird nicht lang geschnackt, sondern Taten sprechen für sich.

Täglich kommen zahlreiche Kleiderspenden an, die erst sortiert und dann im Rahmen von Bestellungen von Vereinen oder Organisationen verteilt werden. Um die Einrichtung kennen zu lernen begann ich auch im Herzstück, der Kleiderkammer. Ich wurde einem Tisch zugeteilt, an dem bereits eine Dame dabei war aus blauen Kisten Kleidungsstücke zu fischen, sie zu begutachten, zusammenzulegen und anschließend in den Gitterkorb des passenden Regals zu sortieren. Sie zeigte mir worauf ich beim Sortieren achten sollte. Der Spruch „Die Kleidung sollte in einem Zustand sein, dass Du sie auch einer Freundin anbieten würdest“ blieb mir im Kopf. Das half mir besonders am Anfang zu entscheiden welche Kleidung weitergenutzt werden kann und welche dann doch aussortiert werden sollte. Ebenfalls gefiel mir hier der Gedanke, dass die Menschen, die diese Kleiderspenden einmal erhalten werden, schöne Stücke bekommen und die Kleiderkammer nicht als „bessere moralische Kleiderentsorgung“ genutzt wird. Das würdige Miteinander steht im Mittelpunkt. Das merkt man auch im Team bei Hanseatic Help. Jede:r ist willkommen, wird gleich integriert und darf mitmachen. Einfach zu einem Tisch dazugesellen und bei dem ein oder anderen Schnack Kleidung sortieren.

Steckt man einmal in der Kleiderkammer, bleibt man meistens auch dort. Einerseits gibt es hier enorm viel zu tun und andererseits ist hier das Einsteigen in die Arbeit ziemlich niedrigschwellig. So blieb auch ich während meines Engagements in der Kleiderkammer.

Gerne erinnere ich mich an die Arbeitstage zurück, an denen ich mir mit einer netten älteren Dame den Tisch teilte. Sie erzählte die besten Geschichten und ich merkte ihr stets an, wie wichtig ihr die Arbeit vor Ort ist. Dieser Enthusiasmus färbte jedes Mal ab und die manchmal doch monotone Arbeit machte wieder mehr Spaß. Manchmal gab es auch Tage, an denen die Arbeit schwerfiel, da entweder die Berge an Kleidung, die sortiert werden sollten, nicht kleiner wurden oder weil ich nur Spenden in die Hände bekam, die in keinem guten Zustand mehr waren und somit aussortiert werden mussten. Was ich jedoch als positiv empfand war, das auch die aussortierten Kleidungsstücke noch ein zweites Leben bekamen, zumindest Jeansstücke. Fand sich mal eine Jeans, die nicht mehr getragen werden konnte, legte man sie in eine Kiste, die dann zu einem weiteren Projekt gegeben wurde, um daraus Taschen oder andere Dinge zu erarbeiten. Den Gedanke des Wiederverwertens und Lösungen zu finden, damit nichts verloren geht, fand ich schön.

Allgemein lässt sich sagen, dass zwar die Arbeitstage in der Kleiderkammer immer ähnlich aussehen: blaue Kiste schnappen, Kleidung durchsehen sowie zusammenfalten und nach Kategorie und Größe in die Regale sortieren. Jedoch ist jede Kiste immer wieder ein Überraschungsei, denn man weiß nie, was sich vielleicht findet und die netten Gespräche und Späße an den Tischen machen die Arbeit leichter.

Das Prinzip von Hanseatic Help „Einfach machen“ geht auf, denn man kann gleich einsteigen und nach dem persönlichen Können und Zeitbudget mithelfen. Die verschiedensten Menschen, die hier miteinander zusammenkommen und Kleinigkeiten angehen, um für ein größeres Ziel einzustehen zeigt, dass man als Gemeinschaft vieles erreichen kann und dass es auf jede:n Einzelne:n ankommt. Auch wenn die Halle etwas ab vom Schuss liegt, zieht einen dieses Gefühl der Gemeinschaft immer wieder in die Halle der Großen Elbstraße 264, denn hier kann man zusammen „Einfach machen“.

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