Herausforderungen im Alltag – oder – Der Faktor Alkohol

Schon zu Beginn der Alltagsbegleitung wurden wir als Team auf gewisse Dinge hingewiesen, mit denen die Bewohner umgehen müssen.

Die Folgen von langjähriger Obdachlosigkeit über lange Jahre sind massiv.

Auch das Thema Alkohol ist leider ein Faktor, den man nicht außer Acht lassen kann. Der Großteil der Bewohner leidet unter starkem Alkoholismus, und diese Form von Krankheit bringt nun einmal einige Schwierigkeiten und Hürden im Alltag mit sich. So sind zwei der Bewohner durch den langjährigen Konsum maßgeblich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, was bereits den Gang zum Supermarkt ohne Begleitung und viel Motivation nahezu unmöglich macht.

Darüber hinaus geht jahrzehntelange Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit an einem Menschen nicht spurlos vorbei. Einige der Bewohner haben durch die langjährige hohe Belastung auch mit den psychischen Folgen derselben zu kämpfen.

Pegeltrinken – für uns zunächst befremdlich

Der Alkoholkonsum der Bewohner geschieht hier nicht mehr aus rein geselligen Gründen, sondern vielmehr als ein notwendiges Übel, um den Alltag körperlich zu überstehen. Für uns als „Außenstehende“, die zumindest in dieser extremen Form noch nicht mit Alkoholismus als Krankheit konfrontiert waren, ist diese Thematik teilweise nicht so einfach. Es ist schwierig einen angemessenen Umgang damit zu finden, mit dem man selbst diesem Thema begegnet.

Wir sind uns alle einig, dass es gut ist, uns gegenseitig in diesem Punkt durch Austausch von Erfahrungen unterstützen zu können. Wir versuchen uns darin, einen Spagat zu finden zwischen bestmöglicher Unterstützung, aber dabei auch nicht fälschlicherweise eine moralisierende Position einzunehmen. Das ist nicht immer leicht.

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