#einfachmachen! – Hanseatic Help e.V.

von R.M.

Hanseatic Help e.V. ist ein 2015 gegründeter gemeinnütziger Verein. Nach der Ankunft einer großen Zahl von Geflüchteten in Hamburg, von denen ein Großteil in den Messehallen untergebracht wurde, zeigten viele Hamburgerinnen und Hamburger große Hilfsbereitschaft. Sie spendeten Kleidung, Hygieneartikel und andere Dinge des täglichen Gebrauchs. Nach kurzer Zeit entwickelte sich eine besondere Infrastruktur der Hilfsbereitschaft und des Engagements. Aus einer zunächst selbstorganisierten Spendenkammer in den Messehallen entwickelte sich so Hanseatic Help e.V..

#einfachmachen!

Im Jahr 2016 setzten die Gründer*innen und freiwilligen Helfer*innen ihre Arbeit an dem Standort in der Großen Elbstraße fort. Unter dem Motto „#einfachmachen!“ organisierten sie hier eine Kleiderannahmestelle, ein Sortiersystem und die weitere Verteilung der Kleidung. Mittlerweile hat sich die Arbeit von Hanseatic Help in viele Richtungen weiterentwickelt. Längst geht es nicht mehr nur um das Entgegennehmen, Sortieren und Verteilen von Kleidung. Hanseatic Help unterhält zahlreiche Projekte.

So werden neben den Kleiderausgaben an regionale Hilfsorganisationen auch Hilfstransporte in sämtliche Krisenregionen der Welt durchgeführt. Außerdem nutzt der Verein Musikveranstaltungen und Festivals, um Spenden zu generieren, betreibt selbst Integrationsarbeit von Menschen mit Fluchterfahrung und unterstützt lokale Hilfsprojekte, wie z.B. den Ausbau von Containerunterkünften oder Kleiderausgaben.

Auch für die jüngere Generation von Hilfsbedürftigen setzt sich Hanseatic Help ein. In einer Kooperation mit einer Hamburger Drogeriekette werden Schulranzen, Schulmaterialien u.v.m. gesammelt. Der Verein ist bei seiner Arbeit unparteiisch und unabhängig, setzt allerdings auf Nachhaltigkeit und Transparenz. In der Einrichtung finden regelmäßig Lesungen, Vorträge, Workshops und andere Veranstaltungen statt.

Meine Erfahrungen bei Hanseatic Help

Im Rahmen des Seminars „Hamburg für alle – aber wie?“ wollte ich Praxiserfahrungen bei Hanseatic Help sammeln. Die Kontaktaufnahme und die Vereinbarung eines ersten Kennenlernens verliefen einfach und problemlos per E-Mail. Ich wurde eingeladen, mir den Standort in der Großen Elbstraße anzuschauen. Bei dem Treffen wurde ich von einer Bundesfreiwilligendienstleistenden herzlich begrüßt und umfangreich über die Arbeit von Hanseatic Help informiert. Gemeinsam haben wir dann herausgefunden, wo ich den Verein sinnvoll unterstützen kann. Da ich motiviert war mit anzupacken, habe ich in der Kleiderannahme und Kleiderlagerung mitgeholfen.

Ich besuchte die Große Elbstraße von diesem Moment an regelmäßig. Das ausgefeilte System in der Kleiderkammer sieht vor, dass zunächst die entgegengenommenen Klamotten vorsortiert werden. Das bedeutet, dass jedes Kleidungsstück auf Schäden geprüft und nach Kategorien sortiert wird: Erwachsene, Kinder, männlich, weiblich und unisex. In einer weiteren Abteilung werden die Kleidungsstücke der Größe nach sortiert und anschließend eingelagert. Andere Spenden wie Hygienemittel usw. werden in einzelnen Abteilungen sortiert und eingelagert.

Meine Unterstützung in der Kleiderannahme hat mir gefallen. Die anderen ehrenamtlichen Helfer*innen waren freundlich, motiviert und sehr engagiert. Während der Arbeit in netter Atmosphäre haben wir uns über viele Themen ausgetauscht. Schnell habe ich erste Kontakte geknüpft. Es gab die Möglichkeit regelmäßig Pausen zu machen, und die Arbeit fiel mir leicht, da es im Team keine Hierarchie gab. Ohne Zeitdruck ließ sich die Arbeit so vernünftig erledigen. Es gab ehrenamtliche Helfer*innen, die sich schon länger in der Kleiderkammer engagierten. Auch bei ihnen traf ich auch ein hohes Maß an Hilfsbereitschaft. Erfreut und auch etwas überrascht war ich von der großen Anzahl und den Mengen an Spenden, die Hanseatic Help täglich erreichen. Fast im Minutentakt kamen neue Spender*innen zur Tür herein.

Nach weiteren Sortiervorgängen habe ich die Klamotten mit anderen Kolleg*innen gewogen, eingescannt und eingelagert. Das Wiegen ermöglicht, dass bei dem späterenVerladen der Hilfspakete das Gewicht genau berechnet wird. Wie in den anderen Abteilungen, wird auch im Lager auf die Arbeitssicherheit der Helfer*innen geachtet. Hierfür stellt Hanseatic Help alles zur Verfügung: Handschuhe und Sicherheitsschuhe sind vor Ort. Die Arbeit im Lager war interessant, da es ein für den Bedarf speziell entwickeltes Lagerungssoftwaresystem gibt, das den großen logistischen Aufwand erleichtert.

Nach dem Ende meiner verrichteten Arbeitspraxis bei Hanseatic Help kann ich viele Eindrücke und Erfahrungen mitnehmen. Zum einen habe ich nette Leute kennengelernt, deren unterschiedlichste Erzählungen mich sehr erfreut haben. Die Arbeit in diesem multikulturellen Team hat mir viel Spaß gemacht. Ich bewundere jede*n einzelne*n Helfer*in die/der Hanseatic Help unterstützt. Jede*r ist zwar aus anderen Beweggründen dabei, doch verfolgen alle das gleiche Ziel: „EINFACH MACHEN“. Alle wollen sich einfach sinnvoll einbringen und helfen. Genau dafür bietet Hanseatic Help Platz. Ich kann den Verein definitiv weiterempfehlen. Alleine um sich über deren Projekte zu informieren, Sachen zu spenden oder aktiv die Arbeit zu unterstützen lohnt sich ein Besuch in der Großen Elbstraße 264.

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