Category Archives: Vorträge 2017-2020

Die hochschulöffentliche Vortragsreihe „Hamburg für alle – aber wie? Ringvorlesung über Wohnungs- und Obdachlosigkeit als gesamtgesellschaftliche Herausforderung“ wurde zwischen 2017 und 2020 an der Universität Hamburg veranstaltet. Die Inhalte wurden durch Fachvorträge von Expert*innen aus Theorie und (vor allem!) Praxis eingeführt. Die Videoaufzeichnungen stehen auf diesem Blog zur Verfügung.
Verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung des Studienprogramm war Cornelia Springer, Wissenschaftliche Koordination des Projekts „Engagementförderung durch universitäre Lehre“ (cornelia.springer@uni-posteo.de)

29.10.2019: „Obdachlose Menschen auf dem Campus – Hochschulen in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung!“

Podiumsveranstaltung mit

  • Andrea Hniopek, Caritasverband Hamburg, Leitung Fachbereich Existenzsicherung
  • Johan Graßhoff, Diakonie-Hilfswerk Hamburg, Straßensozialarbeit
  • Volker Mähl, Obdachloser Mensch aus Hamburg
  • Dr. habil. Nils Zurawski, Universität Hamburg, Institut für kriminologische Sozialforschung
  • Prof. Dr. Henning Lohmann, Universität Hamburg, Professur für Soziologie, insbesondere Methoden der empirischen Sozialforschung

Moderation: Cornelia Springer, Universität Hamburg, Projekt „Engagementförderung durch universitäre Lehre (EngföLe)“

05.11.2019: Die Bezirklichen Fachstellen für Wohnungsnotfälle der Freien und Hansestadt Hamburg als tragende Säule zur Vermeidung von Obdachlosigkeit

Christina Wagner, Sozialarbeiterin MA, Bezirkliche Fachstelle für Wohnungsnotfälle in Hamburg Mitte

26.11.2019: Ausgegrenzt – Junge Menschen in der Obdachlosigkeit. Filmpremiere

Dokumentarfilm von Catherina Janßen und Jana Dittmer, Studierende der Universität Hamburg

Herzliche Einladung zur Premiere und zum anschließenden Podiumsgespräch mit den Filmemacherinnen und Protagonist*innen aus dem Film: Malte Block, Sozialarbeiter, KIDS | basis&woge e.V. Anlaufstelle für Straßenkinder; Verena, Ronja und Fettii, Büro Hamburg MOMO – The Voice of disconnected Youth

Etwa 1,2 Millionen Menschen gelten in Deutschland als obdachlos. Hier in Hamburg leben derzeit mehr als 2.000 Personen auf der Straße. Wie kann es sein, dass diese in unserem Sozialstaat durch das System rutschen und keine feste Unterkunft bekommen können? Was hat das für Folgen und Auswirkungen auf die Individuen und die Gesellschaft? Und was kann jede*r einzelne von uns tun?

All das wird im Dokumentarfilm und in der anschließenden Podiumsdiskussion hinterfragt und besprochen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Der Eintritt ist kostenfrei. Wir freuen uns über Spenden zu Gunsten von MOMO. Die Veranstaltung ist Teil der Ringvorlesung „Hamburg für alle – aber wie?“ im Wintersemester 2019/20.

Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/557856288119600/

10.12.2019: Armut und Gesundheit: Medizinische Hilfe für obdachlose Menschen in Hamburg

Thorsten Eikmeier, Leitung Krankenstube für Obdachlose, Caritas Hamburg und Sören Kindt, Sozialarbeiter, Krankenstube für Obdachlose


07.01.2020: Obdach- und Wohnungslosenuntersuchung 2018. Ergebnisse und Konsequenzen

Andreas Thiel, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), Amt für Soziales; Abteilung Wohnungslosenhilfe und Unterbringung, Zuwanderung aus der EU; Referatsleiter – Öffentliche Unterbringung

Wie viele Menschen leben in Hamburg auf der Straße? Was tut die Stadt, um ihnen zu helfen? Und welche Rolle spielen ehrenamtliche Initiativen und Einrichtungen?
Die Zahl der obdachlosen Menschen in Hamburg hat innerhalb der vergangenen 10 Jahre deutlich zugenommen. Dies zeigt eine umfangreiche, von der Sozialbehörde beauftragte Befragung im März 2018. Die Untersuchung ist die bisher größte Studie dieser Art, die in einer Großstadt in Deutschland durchgeführt wurde. Sie sollte u.a. Ursachen und Auslöser der Obdachlosigkeit sowie Aussagen zur Lebenslage der Menschen erfassen.

Andreas Thiel präsentierte in seinem Vortrag das Vorgehen und die zentralen Ergebnisse der Studie. Weiter ging er darauf ein, welche konkreten Handlungsansätze die Stadt Hamburg nun gemeinsam mit den Akteur_innen des Hilfesystems für wohnungs- und obdachlose Menschen erarbeitet. Im Anschluss an den Vortrag bestand Gelegenheit zur offenen Diskussion im Plenum.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. statt. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

21.01.2020: Obdachlosigkeit in Hamburg – ein Fall für den europäischen Hilfsfonds? Eine Abwägung von Pro und Contra

Velina Weber, Social Bridge Hamburg, Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHAP)

Seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bulgarien und Rumänien in 2014 steigt deutschlandweit die Zahl der Bürger_innen aus diesen EU-Ländern, insbesondere in den Metropolen. Neben gut ausgebildeten und hochqualifizierten Fachkräften kommt eine kleine Gruppe an Menschen, die einen niedrigen Bildungsstand und keine erlernten Berufe aufweist und/oder teilweise zu den Minderheiten in ihren Herkunftsländern gehört. Wegen der existenziellen Not und Aussichtslosigkeit in ihren Heimatländern wandern diese Personen nach Deutschland ein – in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und ihre Familien. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, fehlender Informationen und Orientierung gerät dieser Personenkreis allerdings häufig in unzumutbare, illegale Wohnverhältnisse und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse. Die neuzugewanderten Bürger_innen und ihre Bedürfnisse verändern deutlich das Bild der Hilfe- und Ratsuchenden in den niedrigschwelligen sozialen Einrichtungen. Dem so neu entstandenen Bedarf will der Europäische Hilfefonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) entgegenkommen, der im März 2014 mit dem Ziel eingerichtet wurde, Armut und Benachteiligung europaweit zu verringern.

Velina Weber ist Sozialberaterin beim Diakonischen Werk Hamburg und arbeitet in einem der drei laufenden EHAP-Projekte in Hamburg. „Social Bridge Hamburg“ richtet sich an neuzugewanderte Unionsbürger*innen – insbesondere aus osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten –, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Was können die Sozialarbeiter_innen im EHAP für die Ratsuchenden tun und wo stoßen sie an Grenzen? Kann der EHAP zum Beenden der Wohnungslosigkeit der Betroffenen beitragen?

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit umdenken Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V. statt.
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.

13.11.2017: Öffentliche Unterbringung und Winternotprogramm für obdachlose Menschen

Katrin Wollberg, Bereichsleitung Spezialangebote Öffentliche Unterbringung, f&w fördern und wohnen AöR, Hamburg

Hier finden Sie den Vortrag zum Download.
→ Auf der Homepage der Europäischen Kommision finden Sie die Leitfäden zu den Sozialversicherungssystemen der einzelnen Länder in Europa: http://ec.europa.eu/social/
→ Und hier können Sie sich die im Vortrag erwähnte SEEWOLF-Studie als PDF herunterladen: „Wohnungslos = psychisch krank? Ergebnisse der bisher größten deutschen Studie zu Wohnungslosigkeit“

20.11.2017: Bezahlbar und integrativ: Was gute Architektur für das Zusammenleben leistet

Alexander Hagner, Architekturbüro gaupenraub, Wien und Stiftungsprofessur für Soziales Bauen, Fachhochschule Kärnten

Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit statt.

Hinweis: Aufgrund eines technischen Defekts konnten leider die ersten Minuten des Vortrags nicht aufgezeichnet werden. Daher als Information zum besseren Verständnis: Im Zuge von Studierendenprotesten in Österreich – unter anderem gegen Studiengebühren und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum – wurden seit Ende Oktober 2009 an vielen österreichischen Universitäten Hörsäle und weitere Räumlichkeiten für mehrere Wochen besetzt, darunter auch das Auditorium Maximum der Universität Wien (hier auf den Bildern zu sehen). Später stießen auch einige Obdachlose zu den Protestierenden – und schließlich demonstrierten Obdachlose und Studierende gemeinsam – vor allem für das gemeinsame Anliegen der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.

Hier finden Sie den Vortrag zum Download

27.11.2017: Armut und Gesundheit: Medizinische Hilfe für Obdachlose

Andrea Hniopek, Leitung Abteilung Existenzsicherung & Thorsten EikmeierLeitung: Krankenstube für Obdachlose, Caritas Hamburg

Hier finden Sie den Vortrag zum Download

Filmtipp von Andrea Hniopek: Das weisse Rauschen. Nach einem Drogentrip beginnt Lukas plötzlich Stimmen zu hören. Die Stimmen beschimpfen ihn und er fühlt sich verfolgt. Die Diagnose der Ärzte lautet: paranoide Schizophrenie. Ein faszinierender Film, der einen Einblick in das Innenleben einer Psychose gibt.

29.01.2018: Unter Palmen aus Stahl: Die Geschichte eines Straßenjungen (Lesung)

Dominik Bloh, Autor

„Das Elternhaus war schwierig, und als die Großmutter starb, folgte der freie Fall. Dominik Bloh war noch ein Teenager, als seine Geschichte auf den Straßen Hamburgs begann. Mehr als ein Jahrzehnt schlief er immer wieder auf Bänken oder Brücken – und versuchte, trotz Hunger, Kälte und Einsamkeit ein Maß an Normalität aufrecht zu erhalten. Zwischen Schule, Hiphop und Basketballplatz.

In „Unter Palmen aus Stahl“ erzählt Dominik Bloh, Jahrgang 1988, in eigenen Worten, wie das Leben ganz unten in Deutschland spielt. Und wie er sich herausgekämpft hat. Ein Buch, das auch vom Mut handelt und von der Courage, sich und sein Leben zu ändern. Dominik lebt heute in einer kleinen Wohnung und hat einen Job.“ (Klappentext)

Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung der Landeskoordinierungsstelle des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus Hamburg statt.