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Skript: Hinz&Kunzt. Das Hamburger Straßenmagazin

Skript zur Episode von Marina Schünemann.

Intro [leise Musik]:

Hallo! Mein Name ist Marina und ich durfte für das Seminar „Hamburg für alle – aber wie?“ einen Blick hinter die Kulissen von Hinz&Kunzt, Deutschlands größten Straßenmagazin, werfen.

Ich habe mit Mitarbeitern und Verkäufern gesprochen und durfte sogar einen Hinz&Künztler für einen Tag an seinem Verkaufsplatz begleiten.

Es war überraschend für mich, zu sehen, wie viel mehr dazugehört, als man von außen auf den ersten Blick erkennt. Das gilt für die Organisation „Hinz&Kunzt“ ebenso wie für die einzelnen Verkäufer, mit denen ich gesprochen habe.

[Musik]

Menschen, die von Obdach- oder Wohnungslosigkeit betroffen sind, befinden sich oft am sogenannten „Rande der Gesellschaft“. Der „simple“ Umstand, dass sie keine Wohnung haben, hindert sie an Tätigkeiten, die für uns Menschen „in der Mitte der Gesellschaft“ selbstverständlich sind. Und damit meine ich nicht etwa „Luxus“-Tätigkeiten wie ein Kinobesuch mit Freunden, sondern schon grundlegende Dinge, wie z. B. einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachzugehen. Dabei ist „Geh doch arbeiten“ ein Vorwurf, den sich obdach- oder wohnungslose Menschen immer wieder anhören müssen.

Warum das nicht so einfach ist, erklärt mir Stephan Karrenbauer, Sozialpädagoge und politischer Sprecher bei Hinz&Kunzt.

Naja, also für wohnungslose Menschen ist es natürlich wirklich schwierig von der Platte, von einer nicht vorhandenen Wohnung aus zur Arbeit zu gehen. Regelmäßig zur Arbeit zu gehen. Alle, die Arbeiten, wissen, dass man sich freut, wenn man nachhause kommt und sich ausruhen kann. Und die Menschen können sich nicht ausruhen. Die sind, den ganzen  Tag über mehr oder weniger im Stress und sind sogar nachts im Stress, weil man auch gar keine so richtigen Tiefschlafphasen hat. Wer da glaubt, nächsten Morgen, konzentriert, irgendeiner Arbeit nachgehen zu können, das ist vielleicht ein guter Wunsch, und einige Wohnungslose haben ja auch diesen Wunsch, aber es ist einfach nicht praktikabel, weil jeder einfach seine Ruhe braucht und die gibt es auf Platte nicht. Zum anderen kommt noch hinzu, alle Leute, die was gelernt haben, und eine zeitlang aus ihrem Job rausgeflogen sind, können nicht einfach so wieder einsteigen. Also jeder Radio- und Fernsehmechaniker, der zwei/drei Jahre aus dem Beruf draußen ist, findet ohne erst einmal eine Fortbildung nicht wieder in seinen Beruf zurück. Es ist einfach eine technische Entwicklung, die stattfindet, die so schnell ist, dass unsere Leute, die rausgekickt waren, nicht so ohne weiteres reinkommen, wie sich sich das manchmal selbst vorstellen. (Bürokratischer Teufelskreis) Es gibt dann natürlich auch einen bürokratischen Kreislauf, dass jeder Arbeitgeber, das ist egal wo man sich vorstellt, der fragt, wo ist deine Meldeadresse? Die Steuerkarte ist ausgeschrieben auf eine Meldeadresse. Und wenn du diese Sachen nicht vorweisen kannst, dann wird es schwierig. Und welcher Arbeitgeber stellt schon jemanden ein, der sagt: “Ich hab nichts, ich schlaf draußen”? Also, ich muss ganz ehrlich sagen, ich kenne niemanden. Es gibt vielleicht ein paar, die vielleicht nicht so intensiv nachfragen. Also ich kenn ja auch Leute, die es zumindest eine zeitlang versucht haben, von der Platte aus, dann einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen, sind dann aber auch irgendwann gescheitert oder der Arbeitgeber hat es gemerkt, dass da irgendwas nicht stimmt – um es mal so auszudrücken – und hat sie dann entlassen. Über einen längeren Zeitraum kenne ich niemanden, der es geschafft hat, wirklich einen – ich sag mal – “normales Leben” fortzuführen.

Es gibt also viele verschiedene Gründe, warum das Arbeiten ohne einen festen Wohnsitz nicht so einfach ist. Deshalb versucht das Projekt Hinz&Kunzt genau an dieser Stelle, einen Übergang zu ermöglichen. Durch den Magazinverkauf können obdach- und wohnungslose Menschen auch ohne festen Wohnsitz oder Bankkonto eigenes Geld verdienen und sind nicht auf „Almosen“ angewiesen. Hinz&Kunzt begegnet ihnen auf Augenhöhe. Ich habe mit Christian Hagen, dem Vertriebsleiter von Hinz&Kunzt über dieses Prinzip des Magazins gesprochen.

Hinz&Kunzt wurde mal vor 25 Jahren unter anderem dazu ins Leben gerufen, dass Menschen in einer sozialen Notlage eine menschenwürdige Alternative zum Betteln haben. Der Verkauf von Straßenmagazinen oder von Magazinen auf der Straße ist etwas, was auf Augenhöhe stattfindet. Da gibt es nicht den großzügigen Spender und den bedürftigen Empfänger, sondern ich verkaufe ein tolles Produkt und bekomme gutes Geld für gute Ware. Das ist etwas, was im Austausch stattfindet und was auf Augenhöhe stattfindet.

Ein weiterer Mythos über obdach- und wohnungslose Menschen ist, sie seien faul und würden den ganzen Tag nur „abhängen“. Aber gerade für sie ist ein geregelter Tagesablauf besonders wichtig. Verkäufer Dennis erzählt mir, wie das bei ihm aussieht.

Ich stehe morgens auf, gegen neun und gehe dann in die Redaktion zu Hinz&Kunzt, trink meinen Kaffe, danach fahr ich los zum Arzt bzw. Ambulanz, hol da mein Substitut ab und wenn ich damit fertig bin, geh ich los, Zeitungen verkaufen. Und das mach ich manchmal sogar bis in die Nacht hinein. Also ich verkaufe meine Zeitungen auf der Reeperbahn, Gastronomie, meistens erst abends und tagsüber nehme ich da die Cafés und verkauf dort. In den Cafés mach ich immer so von mittags bis nachmittags und ab 18 Uhr mach ich abends Reeperbahn Gastronomie-Verkauf, Spielbudenplatz, Theater. Die betrunkenen Jugendlichen sind manchmal ein bisschen komisch, geben zum Teil auch blöde Antworten – da hör ich einfach drüber hinweg. Aber sonst sind die auf der Reeperbahn eigentlich relativ locker.  Es passiert ab und zu, dass ich, bei der Gastronomie, dass wenn ich da lang gehe, dass da vorher schon Leute waren, die einfach gebettelt haben. Natürlich umso mehr da vorbeigekommen sind, umso angenervter sind die Leute. Und dann bekomme ich schon manchmal ein paar komische Texte an den Kopf geknallt. Das ist schon nicht schön. Also wenn ich abends Zeitung verkaufe und es wird ein bisschen später, kann es natürlich vorkommen, dass ich verschlafe, dass ich groggy bin, dass ich Termine auch nicht einhalten kann, immer mal wieder wegschlafe. Aber im Großen und Ganzen versuche ich das irgendwie so zu machen, dass ich mir genügend Schlaf hole. Ich finde, das ist eigentlich auch wichtig.

Die „Redaktion“ wie Dennis es nennt, ist ein wichtiger Bestandteil von Hinz&Kunzt. In den Büroräumen in der Altstädter Twiete arbeiten rund 40 Menschen in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern, u. a. die Redaktion, aber auch z. B. auch Sozialarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. 22 der Mitarbeitenden waren früher selbst obdachlos und wissen, worauf es für die Hinz&Künztler*innen ankommt. Einer von ihnen ist Siggi, Mitarbeiter im Vertrieb. Ich treffe ihn am „Tresen“, beim Ausgeben von Zeitungen.

[Geräuschkulisse „Siggi Intro“]

Jetzt soll ich dir erzählen, was ich hier so den ganzen Tag mach. Also, wie gesagt, Verkäufer und Angestellte von morgens bis abends ärgern. (Und ansonsten? Wenn du davon Pause machst?) Wenn ich davon Pause mach, mach ich hier halt Zeitungsausgabe, unterhalt mich mit Verkäufern, versuch zu helfen wo’s zu helfen ist.

[Schnitt]

Die kommen her mit nem Ausweis, dann müssen se Ausweis zeigen, dann tipp ich das eben in den Computer ein und dann müssen’se sagen, wie viele Zeitungen sie haben wollen; wenn sie dann die Zeitungen gekauft haben, dann frag ich noch nach Platz, wo sie eingetragen sind, wo ich sie abhaken soll oder eintragen soll.

Was es mit diesen Verkaufsplätzen auf sich hat, erklärt mir Christian noch einmal genauer:

Dann ist ein ganz entscheidendes Prinzip bei Hinz&Kunzt, dass jeder seinen Stammplatz hat. Wir möchten, dass jeder Verkäufer seinen geschützten Verkaufsplatz hat – und jetzt kommt der wichtige Punkt dabei – an dem er bekannt ist. Wir machen die Erfahrung, dass eigentlich der Zuspruch und die Unterstützung des Verkäufers und aber auch genauso der Verkauf des Magazins sehr stark davon abhängig ist, wie groß das Vertrauen und die Sympathie gegenüber dem Verkäufer ist. Und […] Vertrauen und Sympathie kannst du nur aufbauen, wenn du immer am selben Verkaufsplatz stehst und langsam eine Beziehung zu den Menschen aufbaust. Weil bei Hinz&Kunzt geht’s ja nicht nur darum, dass der Verkäufer sich eine Überlebenshilfe erwirtschaften kann und dass er eine gewisse Struktur und Rhythmus in seinen Alltag bekommt, es geht auch darum, dass er wieder unter Menschen kommt und wieder in der Mitte der Gesellschaft ankommt und mit den Menschen ins Gespräch und in den Austausch kommt.

Einer der Hinz&Künztler, der zufälligerweise ebenfalls Christian heißt, lädt mich ein, ihn auf seinem Stammplatz beim Verkaufen zu begleiten.

Hallo Christian! Wir befinden uns hier am Hamburger Hauptbahnhof, und machen uns ja gleich auf den Weg zu deinem Verkaufsplatz. Magst du dich vorher vielleicht einmal noch selber vorstellen?

Ja, ich heiß Christian, bin 55 Jahre alt, gelernter Elektriker, meine Hobbies waren Skateboard-Fahren, hab ich aber mittlerweile aufgegeben, spiele noch regelmäßig Frisbee und Schach.

[Schnitt]

Und wie lange verkaufst du schon die Hinz&Kunzt?

Ja, fast eineinhalb Jahre jetzt. Das ging so los, als ich nach Hamburg gekommen bin und bis ich meinen Antrag durchhatte für Arbeitslosengeld II hatte ich ja bestimmt fünf/sechs Wochen bis ich das erste Geld bekommen hatte und da war ich froh, dass ich Hinz&Kunzt hatte, dass ich mir noch ein Taschengeld machen konnte.

[Schnitt]

Okay, dann lass uns jetzt mal losgehen.

[Geräuschkulisse „Schritte“]

Ich find meinen Platz recht gut, der war mir von Anfang an sympathisch, also ich kann mich erinnern, dass ich am ersten Tag, ich hatte gerade die Zeitung rausgeholt, ich hatte noch nicht mal mein Schild umgehängt, da kam schon die erste Frau “Ach, sie verkaufen Hinz&Kunzt, geben Sie mir doch mal bitte eine Ausgabe”. Anfangs lief’s dann auch noch ein bisschen schleppend, so die ersten ein bis zwei Monate, aber dann kamen immer mehr Stammkunden dazu und ich hab auch so den Eindruck das die Kunden mich mögen. Manche suchen das Gespräch mit mir, also da ist zum Beispiel der Willi, der lässt sich duzen, der unterhält sich mit mir und schickt seine Frau rein zum Einkaufen. Also ich komm da sehr gut klar.

[Schnitt]

Die Stammkunden haben mich auch sehr aufgebaut. Gerade Sabine, meine Lieblingskundin, also, es ist manchmal gar nicht das Geld, sondern das Gespräch, das mich aufgebaut hat. Weil ich gehör zu ner Randgruppe, aber ich sie hat mir das, wie soll ich sagen, sie hat mir das gezeigt, dass ich auch ein Mensch bin; dass ich nicht irgendwie Abschaum bin oder sonst was. Sie hat mich immer sehr aufgebaut. Außerdem hab ich ihr vielleicht sogar mein Leben zu  verdanken, weil mein erster Herzinfarkt ging ja da auf dem Platz los, mein zweiter. Und da waren die Symptome aber ganz anders als bei meinem ersten Herzinfarkt, deswegen konnte ich das nicht deuten. Und sie ist ehemalige Krankenschwester und dann hab ich ihr die Symptome erklärt, da hat sie gesagt “Christian, du musst sofort zum Arzt!” und ich hab dann gesagt, “Nein, ich bin nicht geduscht”, sag ich, “so geh ich nicht zum Arzt, ich muss erst duschen”. Und dann bin ich auch früher nachhause gegangen als sonst, bin dann noch in der Stadt zum Duschen gewesen und dann ins Krankenhaus und die haben dann sofort die Diagnose Herzinfarkt gestellt und dann war ich auch gleich auf dem OP-Tisch.

[Schnitt]

Ich hab ja nur zwei/drei negative Reaktionen gehabt. (Und was waren das dann für Reaktionen?) Also ein älteres Pärchen… er hat ihr etwas ins Ohr geflüstert – was er gesagt hat, weiß ich nicht – und daraufhin hat sie dann auf mich geguckt und gesagt “ja, so sieht er auch aus”.

Auch wenn Christian und ich nicht rekonstruieren können, was genau das Pärchen wohl getuschelt hat, sind diese Vorverurteilungen gegenüber Menschen, die obdach- oder wohnungslos sind, keine Seltenheit. Dabei kann man es ihnen anscheinend nicht recht machen: Entweder, „die Obdachlosen“ seien zu ungepflegt, oder „zu schick“ sodass sie ja offensichtlich keine Hilfe brauchen würden. Dabei legen gerade obdach- und wohnungslose Menschen häufig Wert auf ein gepflegtes Äußeres, um nicht negativ aufzufallen. Durch Kleiderkammern und andere soziale Organisationen kommen sie dabei teilweise auch an teure Bekleidung – das heißt jedoch nicht, dass sie nicht arm wären.

Darüber spreche ich auch mit Kai, einem anderen Hinz&Künztler. Die Körperpflege ist für ihn, genauso wie für Menschen, die in einer Wohnung leben, ganz normaler Teil seines Tagesablaufs.

Ich sach auch immer das ist wie jeder andere Alltag, der zur Arbeit geht, ist genauso. Ich stehe auf, mach mich frisch, wasche mich, mache meine Morgenwäsche, wenn’s nötig ist, zieh ich mir halt frische Unterwäsche an und halt einmal frisch angezogen, ansonsten mindestens 3x die Woche duschen und ansonsten so auf der Platte ist halt eigentlich das das normal ist ja. Das hört sich vielleicht doof an so, aber man geht dann halt entweder Zeitung verkaufen oder Schnorren, eins von beiden.

Diese Vorverurteilungen von außen sind nicht nur verletzend sondern auch gefährlich. Sie entmenschlichen die Obdachlosen, man blendet sie aus, wenn man an ihnen vorübergeht, wie sie da so sitzen, liegen oder stehen.

Immer wieder ist in den Nachrichten von Gewalt an obdachlosen Menschen zu hören. Die polizeiliche Kriminalstatistik erfasste für das Jahr 2018 670 Gewalttaten, die an obdachlosen Menschen verübt wurde. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher ist, da viele der Delikte gar nicht erst zur Anzeige kommen.

Dabei hat jeder einzelne von ihnen eigene Gedanken, Vorlieben, Hobbies, Träume. Dennis liest für sein Leben gern und braucht deshalb einen Schlafplatz, der auch nachts noch beleuchtet ist – er schläft vor einem Antiquitätengeschäft. Jede Woche liest er ein bis zwei Bücher, er ist dann “wie in einer anderen Welt“. Norbert ist seit einigen Wochen in einer Unterkunft und kocht jetzt täglich. Das warme Essen bringt er einem Bekannten von ihm, der seinen Schlafplatz nur rund 500m von seiner Wohnung hat. Er schätzt den Kontakt zu seinen Bekannten auf der Straße und ist gesellig, zuhause mit seinen fünf Mitbewohnern wird es ihm aber manchmal zu viel und er fühlt sich eingesperrt. Kai und sein Nackthund King Louis sind unzertrennlich. Christian ist „schachsüchtig“ und Weltentdecker. Er war schon in ganz Europa unterwegs.

Ich bin ein Mensch, der von der Routine lebt: Mein Tag sieht fast ähnlich aus wie der andere, also ich steh halt sehr früh auf. Was ich morgens brauche ist Kaffee und ne Zeitung, das ist wichtig für mich. Ich muss wissen, was auf der Welt los ist. […] Dann geh ich halt zu meinem Verkaufsplatz, verkauf da bis mittags, fahr in die Stadt in die Redaktion, hau da ein paar Euro in mein Sparfach, kauf neue Zeitungen ein,

Manchmal spiel ich noch Schach dort, weil man kommt da ja umsonst ins Internet und ich bin auch ehemaliger Vereins-Schachspieler und spiele sehr gern Schach, also ich bin richtig schachsüchtig, aber ich seh das als positive Sucht. […] Und es macht mir großen Spaß [Verkaufsgespräch].

dann fahr ich nachhause, will meinen Rucksack loswerden […], dann […] geh ich gern in Park, wo ich Frisbee spielen kann, ich hab da auch n Partner, der mit mir regelmäßig spielt, das ist mein Hobby, schon seit über 20 Jahren. Skateboard fahren tu ich nicht mehr, das war früher mein Hobby.

Bevor Christian bei Hinz&Kunzt anfing, Zeitungen zu verkaufen, arbeitete er als Elektriker in Düsseldorf. Dort erlebte er allerdings einen Alkohol-Rückfall und kündigte seinen Job. Nachdem ihm im Krankenhaus in Düsseldorf gesagt wurde, sie seien nicht für ihn zuständig, da er dort nicht gemeldet war, kam er nach Hamburg zur Entgiftung.

Da geht’s dir drei Tage richtig dreckig, also das gönne ich keinem Menschen, so ein richtiger Alkohol-Entzug, also, ist wirklich schlimm. Also ich hab mal mit einem Heroin-Süchtigen gesprochen, der beide Entzüge kannte, den von Alkohol und den von Heroin und er sagte: “Christian, das ist nicht viel Unterschied”, ne. Und ist ja auch so. Ich bin einmal ins Delir gefallen, also das gönn ich keinem Menschen. Du hast Halluzinationen, aber du weißt nicht, dass es Halluzinationen sind. Du glaubst, du bist dabei. Du kannst das alles nicht mehr auseinander halten: Ist das die Realität? Träumst du? Bist du wach? Schläfst du? Oder was ist das überhaupt? Was ist hier los? Du kannst das nicht mehr auseinander halten. Mir hat mal ein Psychologe erklärt, was das ist: Das ist eine Überreaktion des Gehirns. Also wenn du jetzt über einen längeren Zeitraum Alkohol trinkst, meinetwegen über einem halben Jahr jeden Tag ‘ne Flasche Vodka leermachst, und dann auf einmal einen Schnitt machst – das kennt dein Gehirn ja gar nicht mehr, weil dein Normalzustand ist halt alkoholisiert. Und dann ist es eine Überreaktion des Gehirns. Und wenn du langsam runterdosiert, dann macht das nichts – du darfst halt nicht von heut auf morgen einen Schnitt machen. Und den hab ich damals gemacht. Das war ein großer Fehler von mir. […]

Den ersten Entzug hab ich mit dreißig gemacht, der war auch sehr erfolgreich: Ich war dann sieben einhalb Jahre trocken. Ich hab dann sieben einhalb Jahre überhaupt kein Alkohol getrunken. Ich hab geglaubt, dass ich überhaupt kein Rückfall mehr kriegen kann. Aber in Dortmund auf dem Hauptbahnhof ist es dann passiert: Da hab ich dann ein Bier getrunken. Das ging auch ein/zwei Wochen so, dass ich dann ab und zu mal ein Bier getrunken habe. Aber dann habe ich so eine deutsch-polnische Clique kennengelernt und die haben sehr viel Vodka getrunken und da war es dann auch wieder passiert. Wenn dann die ersten Entzugserscheinungen kommen, dann ist der Ofen auch wieder aus. (Und dann warst du im Krankenhaus und hast da Entgiftung gemacht?) Ja ja. Die holen mich dann mit Distraneurin runter und Krampfschutz, obwohl ich noch nie einen Krampf hatte, also Krampfanfälle kenne ich nicht. Ich habe Leute gesehen, die kriegen einen, wenn sie entgiften, aber Delir sind auch nicht schön… Das ist eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe, so ein Delir. Das sind zwar Halluzinationen, aber das ist so realistisch, also du glaubst wirklich, du bist da bei. Das ist so. Du bist dabei. Also du weißt nicht, dass das Halluzinationen sind. Das ist wahnsinnig schlimm, ja.

Einer geregelten Arbeit nachzugehen, ist ihm mit seiner Krankheitsgeschichte nicht mehr möglich, sagt Christian.

Jeder zweite guckt dich an, und nicht alle sind positiv, also ich kriege auch häufig negative Reaktionen. […] Ich finde das sind Vorurteile, ich meine, die wissen ja gar nicht die Hintergründe. Ich fühl mich auch nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Das was ich hier mache, hat mir eigentlich mein Arzt gesagt, also auf der Reha, wurde mir gesagt, dass ich maximal drei Stunden in der Woche […] bedingt arbeiten darf, also eigentlich das, was ich jetzt hier mache.

Gerade dieses Angeschaut-Werden, die Blicke der Vorbeigehenden, ist etwas, was für Christian gerade zu Beginn seiner Zeit als Hinz&Künztler sehr schwierig war.

Ich finde, das da ne ganze Menge Selbstbewusstsein dazugehört. Die ersten ein/zwei Wochen hatte ich da reichlich Schwierigkeiten mit, weil du bist da voll auf dem Tablett: Die Leute kommen von der Kasse und gehen an dir vorbei und jeder zweite guckt dich an, das ist schon ein komisches Gefühl. Aber man gewöhnt sich dran.

[…]

[Schnitt]

(Gibt es etwas, dass du den Hinz&Kunzt-Lesern mitgeben würdest?)

Ja, ich hätte gern, dass die Leute mehr Zeitungen mitnehmen. Viele drücken mir ihr Geld so in die Hand, das ist mir gar nicht recht. Mir wäre es lieber, die Leute würden ihre Zeitung auch mitnehmen, weil ich bin kein Egoist und die Redaktion muss ja auch leben, und ich leb von der Redaktion, deswegen wäre es mir lieber, wenn die Leser wirklich auch die Zeitung mitnehmen und nicht nur mir das Geld in die Hand drücken. Ich versuche schon, den Leuten immer aufzudrängen und viele kommen ja auch zu mir “Ja, ich hab schon die Zeitung”, sag ich: “Dann nehm’se trotzdem noch eine mit und tun’se bei dem Nachbarn in Briefkasten stecken oder so”. Mir ist das gar nicht recht, dass ich nur Geld in die Hand gedrückt bekomme. Aber ablehnen tu ich’s auch nicht. [Schnitt]

Und dann erzählte mir Christian noch, warum er vom Projekt Hinz&Kunzt so überzeugt ist:

Hinz&Kunzt hilft ja auch anderen. Also wenn Sie diese Zeitung kaufen, dann helfen sie ja praktisch drei Mal: Sie helfen mir persönlich, sie helfen der Redaktion, und sie helfen der Armut im Allgemeinen. Und der Inhalt dieser Zeitung ist ja auch nicht schlecht. Also ich finde, dass sie sehr gut geschrieben ist. […]

Damit beenden wir „unseren“ Verkaufstag auch schon und gehen gemeinsam in „die Redaktion“. Auf dem Rückweg bleibt mir Zeit zu reflektieren:

Durch meine Gespräche mit Stephan, Christian & Christian, Siggi, Kai und Dennis und vor allem auch durch diesen gemeinsamen Verkaufstag konnte ich einen genaueren Einblick in die Arbeit eines Hinz&Künztlers gewinnen. Über die Tagesstrukturen, die von außen vielleicht gar nicht vermutet werden. Über das Selbstbewusstsein, das dazugehört, um sich „wie auf dem Tablett“ zu präsentieren, wie Christian erzählte. Das viele Ignoriert-Werden und teilweise sogar negative Kommentare oder Anfeindungen, wie bei Dennis. Aber vor allem auch die positiven Erfahrungen im Verkaufsalltag: Die Gespräche mit Stammkund*innen wie Sabine oder Willi, der seine Frau zum Einkaufen schickt, um in Ruhe mit Christian schnacken zu können. Die Ankunft in „der Redaktion“ – bei vielen Verkäufer*innen fester Bestandteil ihrer Tagesroutine, wo sie auf Siggi oder einen seiner Kollegen treffen, der ihnen versucht „zu helfen, wo’s zu helfen ist“, sie einen Kaffee bekommen oder sich einfach eine Weile aufhalten können.

(Geräusche: Tür öffnet sich, Begrüßung)

So Marina, ich geh jetzt nochmal Schach spielen. (Verabschiedung)

(Musik)

Podcast-Notizen

Episode Michl+Lois hinz&kunzt

Salut ihr beiden!

Habt vielen Dank für das neue Intro – das finde ich super! Wir bauen das vorne an die Episode dran. Mir scheint es so am sinnvollsten:

  1. Jingle (liegt uns hoffentlich bald endlich vor..)
  2. euer neues Intro
  3. nochmal kurz Jingle
  4. euren eingesprochenen Titel
  5. eure Episode mit Harald

Sobald wir mit dem Podcast online gehen, schreibe ich euch nochmal. Von den anderen Teilnehmenden liegen noch nicht alle Episoden vor.

Herzlichen Gruß

Cornelia

 

Episode Leah UWE

Marvin

Zur Hallreduzierung: Das Plugin mit dem wir dies versucht haben kann zwar den Nachhall nach einem gesprochenen Satz herausnehmen, nicht jedoch den Hall während der gesprochenen Worte. Laut einiger Tutorials auf YouTube ist diese Art konsequenter Hallreduzierung technisch nur sehr begrenzt möglich. Den Hall noch weiter zu reduzieren kann ich somit zwar noch einmal versuchen, kann aber aus den obigen Gründen keinen Erfolg versprechen.

Die Schnitte fand ich soweit super; sie waren für mich nur um Zeitindex 17:45 rum hörbar, dort könnte ich noch nachbessern. Auch die Tonlautstärke schwankt hier und da ein wenig.

Das Einspielen von Musik halte ich für eine gute Idee, um das Interview aufzulockern Eine weitere Möglichkeit zur Unterbrechung wäre vielleicht, wenn Leah 1-2 Sätze aus dem Off sprechen würde, quasi als nachträgliche Kommentierung. Darüber hinaus könnte man natürlich insgesamt noch etwas kürzen.

Ansonsten bin ich ebenfalls zufrieden mit der Episode.

Cornelia

Den Hall noch ein bisschen zu reduzieren wäre super.

Die Folge ist sehr lang (30 Minuten) und recht eintönig, weil eben wirklich „nur“ ein Interview. Mein Vorschlag wäre, dass wir da zwischendurch ab und zu Musik einspielen, einfach um das Ganze ein bisschen aufzulockern. Weitere „Unterbrecher“ fallen mir da grade nicht ein. Vielleicht hast du noch eine gute Idee?

 

 

Episode Eva Westend

  • Intro und Outro hinzufügen (Nennung der langen Internetadresse im Outro so belassen?)
  • Musik als Übergang?
  • Sonstiges?
  • kurze Gesprächspause bei 4:04 wegschneiden/ähm und äh bei 13:12 wegschneiden

 

Episode herz as

Notizen –> Tabelle

 

Episode Kemenate

 

Episode Pik As

 

„Stulpen, Strümpfe, Stirnbänder – Stricken für Obdachlose bei den Wooligans“

Mail am 19.11.2019

Liebe Maria,

entschuldige, dass wir dich damit nochmal nerven. Ich dachte, die Überarbeitung bezieht sich nur noch auf einen winzigen Feinschliff. Beim mehrmaligen Hören sind mir aber folgende Punkte aufgefallen. Vielleicht hast du eine gute Idee:

  • Bei 7:53 sprichst du einen Übergang, der extrem leise ist. Wenn wir den einfach verstärken und lauter machen, ist deine Stimme verzerrt – das klingt nicht gut. Mir fällt ehrlich gesagt nur ein, die zwei Sätze auch nochmal separat aufzunehmen und einzufügen. Das sollte technisch gar kein Problem sein. Was meinst du?
  • Bei 8:10 kommt Inge Thielmann. Dieser Part ist ziemlich schlecht zu verstehen, finde ich. Das liegt an den Störgeräuschen im Hintergrund, glaub ich. Filtern hat nicht geklappt.
  • Danach kommt ein Redebeitrag von Monika Meier, der ist vielfach besser zu verstehen. Ich würde auf jeden Fall die beiden Abschnitte vertauschen, sodass der akustisch bessere Teil zuerst kommt. Wärst du damit einverstanden? Barbara Joachim, die danach kommt, versteht man auch gut, die Rosi danach auch.
  • Bei 10:58 ist ein sehr langer Part „Stricknadelklappern“. Den würde ich persönlich verkürzen.

Ich würde vor die Episode noch ein (von mir gesprochenes) Intro packen, das ich bei den Episoden anfüge, die keinen Hinweis auf den Rahmen des Seminars geben (manche haben das gemacht, andere nicht). Ggf. spreche ich auch noch ein Outro ein, z.B. mit der Preview auf die nächste Episode. Das ist aber noch nicht klar. Wenn du möchtest, senden wir dir die finale Fassung natürlich zu, bevor sie online geht.

Wir haben inzwischen auch eine Melodie gespendet bekommen. Davon würde ich einen Schnipsel als Jingle verwenden. Ich hoffe, damit bist du einverstanden. Du kannst dir den Song anhören, ich hänge ihn an.

Herzlichen Gruß

Cornelia

Obdachlosigkeit auf dem Campus

Studierende in Frankfurt am MainObdachlose Erstsemester

(Von Ludger Fittkau)

https://www.deutschlandfunkkultur.de/studierende-in-frankfurt-am-main-obdachlose-erstsemester.1001.de.html?dram:article_id=429777

Fred zeltet illegal auf dem Uni-Campus, als er von der Polizei aufgegriffen wird

Die Begegnung veränderte sein Leben – zum Besseren. (Von Johannes Kuhn)

https://www.jetzt.de/netzteil/illegales-campus-camping-macht-obdachlosen-studenten-reich

Slamtext: Auf den Straßen Hamburgs

Die Alster erstreckt sich in aller Pracht vor uns,

doch unter ihren Brücken hausen die Außenseiter

im Schatten unserer Gesellschaft

als Schatten ihrer eigenen Person,

wo sie keinem seiner Illusion berauben.

 

Ich sehe den Mann, der durch die U-Bahn humpelt,

voller Falten um die Augen vom Alkohol

und flehentlicher Miene in dem hageren Gesicht,

er schwenkt einen Pappbecher vor uns her,

in dem ein paar Centstücke klimpern.

 

Die Passanten starren auf ihre Smartphones.

Einige kramen ihr Portemonnaie heraus.

Andere verlassen eiligst den Waggon

Angewidert von so viel nacktem Elend

Und so offensichtlich wenig Würde.

 

Ich sehe die Bettlerin vor der Europa Passage,

wie sie nach jedem ruft, der vorbeikommt,

kaum noch Zähne in dem schmalen Mund

und verdreckte Lumpen am Leib.

Ihr fehlt ein Bein, neben ihr liegt eine Krücke.

 

Die Passanten hetzen vorbei,

die Hände voller Einkaufstüten,

Von H&M und vom Alsterhaus

Den Blick auf die Armbanduhr geheftet.

Die To-Do-Liste für den Tag ist lang.

 

Ich sehe die Frau mit einem zugeschwollenen Auge,

die von Bahnwaggon zu Bahnwaggon wandert.

„Haben sie einen Euro oder fünfzig Cent?“

Immer und immer wiederholt sie ihr Mantra.

Ihr Blick aus dem gesunden Auge ist stumpf und leer.

 

Die Passanten wenden sich beschämt weg.

Das Elend ist hier fehl im Platz, denken sie.

In so einer Wohlstandsstadt wie Hamburg.

Von ihnen zur schönsten Stadt der Welt gekürt.

Wie kann es hier so viel Armut geben?

 

Ich eile morgens am Hauptbahnhof zu Gleis 8,

bahne mich durch die Menschenmassen.

Lärm und Hektik durchfluten mich.

Auf dem Boden liegt eine zerbrochene Bierflasche.

Wie können die Obdachlosen das nur ertragen?

 

Die alten Damen vom Seniorenstift sind empört.

„Was hängen die den ganzen Tag draußen rum?

Und lärmen vor unseren Toren ohne Anstand?

Sollen sie mal einen Job suchen und arbeiten gehen.

Solch Faulheit gehört bestraft!“

 

Die Alster erstreckt sich in aller Pracht vor uns,

doch unter ihren Brücken hausen die Außenseiter

im Schatten unserer Gesellschaft

als Schatten ihrer eigenen Person,

wo sie keinem seiner Illusion berauben.

 

Ich war sieben Jahre alt und wartete auf den Bus

Meine Freundin und ihre Mutter saßen neben mir

Wir blickten zu der Bordsteinkante

Dort saß ein Mann mit Irokesenkamm auf dem Kopf,

schwarz-weißes Schachbrettmuster auf dem rasierten Haar.

 

Ich starrte ihn an, befremdet und fasziniert zugleich.

„Der sieht cool aus, nicht wahr?“

Die Mutter der Freundin sah uns an,

während wir Rosinenbrötchen mampften.

Wir Kinder nickten und musterten den Mann.

 

Ich erwache morgens in meinem weichen Bett,

mein Kleiderschrank ist voller Kleidung,

mein Kühlschrank ist voller Essen,

ich kann so viel duschen, wie ich will.

Und meine Heizung andrehen, wenn ich friere.

 

Das ist das, was wir das bürgerliche Leben nennen.

Unser Tag hat feste Uhrzeiten, feste Struktur,

wird nicht bestimmt von der nächsten Dosis Heroin

und nicht von dem nächsten Tropfen Alkohol.

Wofür leben wir auch in einem Sozialstaat?

 

„Die Minusgrade säubert die Straßen von Pennern“

Den Satz meines Mitschülers machte mich sprachlos.

Auch Obdachlose sind Menschen wie wir,

auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen

und sie zum untersten Glied der Gesellschaft degradieren.

 

Auch sie hatten einmal eine Familie,

vielleicht sogar eine eigene Wohnung

bis sich ihr Leben tragisch änderte,

auf eine Weise, vor der jede Eltern ihre Kinder warnen:

„Pass ja auf, dass du nicht auf der Gosse landest!“

 

Sie gehen abends zum Hansaplatz anschaffen,

um sich die nächsten zehn Euro zu verdienen,

danach den kalten Leib mit Schnaps zu wärmen

und sich zu betäuben von diesem Leben,

um nicht daran kaputt zu gehen.

 

Kaputt zu gehen wie die nasskalten Schuhe im Regen,

kaputt zu gehen wie die Wodkaflasche im Alkoholrausch,

kaputt zu gehen wie die Gesichtszüge vom Drogenkonsum,

kaputt zu gehen wie die schönen Momente der Vergangenheit.

So kaputt, so tief gesunken, so geprägt von der Straße.

 

Die Alster erstreckt sich in aller Pracht vor uns,

doch unter ihren Brücken hausen die Außenseiter

im Schatten unserer Gesellschaft

als Schatten ihrer eigenen Person,

wo sie keinem seiner Illusion berauben.

 

Hunderte von Füßen rennen jeden Tag vorbei,

Autos hupen und rasen über die Straße,

die Sonne geht in den Morgenstunden auf,

am Abend versinkt sie zwischen den Hochhäusern.

Sie sehen es jeden einzelnen Tag.

 

Die Partygänger vom Kiez setzen sich zu ihnen,

lassen die Bierflaschen herumgehen,

schießen ein Selfie nach dem nächsten

und gehen im Morgengrauen nachhause.

Die Obdachlosen bleiben, bis die Sonne aufgeht.

 

Die Straßen Hamburgs sind ihr Zuhause.

Sie leben zentraler als alle anderen Stadtbewohner

Und doch würden viele von ihnen mit diesen tauschen.

Im Mantel der Nacht fühlen sie sich geborgen

Und dem rauen Leben ausgeliefert zugleich.

 

Wenn sie unter der Brücke Platte machen,

einen Einkaufswagen voller Besitz

und eine versiffte Matratze am Boden

Sich mit ihresgleichen umgeben,

Dann wissen sie, das ist ihr Leben.

 

Sie sind gezeichnet von der Straße,

ausgemergelt von dem Elend,

der Perspektivlosigkeit geweiht.

Nur der morgige Tag zählt,

darüber hinaus ist alles ungewiss.

 

Ich laufe über die Brücke zum Dammtor-Bahnhof.

An einem Mann vorbei, der auf einer Decke am Boden sitzt.

Es sind noch zwanzig Minuten bis zu Seminarbeginn.

in den Händen hält er ein Schild „Ich habe Hunger“.

Zehn Minuten später bin ich zurück, Brötchen in der Hand.

 

Mir lächelt ein wettergegerbtes Gesicht entgegen,

als der Mann die Tüte entgegennimmt.

Ich wende mich um und laufe weiter über die Brücke.

Am Ende der Brücke wende ich mich noch einmal um.

Der Mann beißt in eines der Brötchen.

 

Wir sind alle Teil dieser Gesellschaft.

Egal, ob wir ein Zuhause haben.

Egal, ob wir eine Familie haben.

Egal, ob wir Steuern zahlen.

Und egal, wie wir aussehen.

 

Die Alster erstreckt sich in aller Pracht vor uns,

doch unter ihren Brücken hausen die Außenseiter

im Schatten unserer Gesellschaft

als Schatten ihrer eigenen Person,

wo sie keinem seiner Illusion berauben.

F.K.

Fragen an die Kemenate

Kemenate Tagestreff

  • Seit wann gibt es die Kemenate in Hamburg?
  • In wessen Trägerschaft wird die Kemenate geführt? Wie finanzieren Sie sich?
  • Welche Angebote der sozialen Beratung gibt es in der Kemenate?
  • Wie werden diese in Anspruch genommen?
  • Können Sie auch spontan reagieren und Termine vergeben, wenn eine Frau Unterstützung braucht?
  • Richtet sich Ihr Angebot nur an erwachsene Frauen oder auch an minderjährige?
  • Wie sieht ihre Klientel ungefähr aus (Altersstruktur, Nationalitäten, soziale Situation, Erkrankungen)?
  • Wie erfahren die Frauen von der Kemenate?

Kapazitäten und Ressourcen

  • Ist Ihr Angebot ausreichend, um die vorhandenen Bedarfe in der Stadt zu decken?
  • Gibt es in Hamburg weitere Angebote eigens für Frauen?
  • Was würden Sie sich (von der Politik?) zur Verbesserung Ihrer Arbeitsbedingungen wünschen?

 „FrauenWohnung“

  • Sie haben das Projekte „FrauenWohnung“. Dazu würden wir gerne mehr erfahren. Wie genau funktioniert das, und gibt es ggf. die Chance, dieses Angebot auszuweiten?
  • Wie unterstützen Sie Frauen bei der Anmietung eigenen Wohnraums?

Fragen an das KIDS

Ab welchem Alter?

Kinder im (Grund)Schulalter? Gehen diese Kinder überhaupt in die Schule?

Wie wird das Alter festgestellt? Was geschieht bei Zweifel am angegebenen Alter (Passfälschung)? Was, wenn das Alter nicht genannt wird?

Welche Pflichten haben die Sozialarbeiter bei Minderjährigen?

Wie kommt das zustande? V.a. Geflüchtete? Kinder aus ‚armen‘ Familien? Gibt es Menschen, die freiwillig auf der Straße leben?

Verhältnis Kinder/Jugendliche mit deutschem Pass im Vergleich zu Geflüchteten? Wie hat sich das in den letzten Jahren entwickelt?

Sind Drogen ein großes Problem? Welche zurzeit vor allem?

Was erhoffen sich die Kinder/Jugendlichen?

Wofür wird die Anlaufstelle vor Allem genutzt? Was sind die Bedürfnisse?

Gesetzliche Grundlagen? Wie handelt die Politik? Gibt es konkrete Maßnahmen und/oder Anregungen aus der Bürgerschaft?

Wird das KIDS staatlich (finanziell) unterstützt? Wenn nein: wird finanzielle Hilfe abgelehnt (Unabhängigkeit wahren)?

Welche Hilfeleistungen gibt es konkret?

Wie bekommt man Zugang zu den Jugendlichen?

Wie werden Kinder/Jugendliche davon überzeugt, die Angebote in Anspruch zu nehmen?

Beispiele für ‚guten‘ Verlauf von Hilfeangeboten? Oder für einen gescheiterten Versuch?

Fragen an das DrobInn

  • Wie finanziert sich das Drop Inn (staatliche Unterstützung? / Spenden…)
  • Rechtfertigung innerhalb der Gesellschaft, welche Probleme treten auf?
  • Auch in Bezug auf die Lage direkt am Hbf/ Vgl. mit Drop Inn Frankfurt
  • Rechtliche Grundlage ? -> Kriminalisierung Suchtkranker Menschen (politische Frage)-> Lösungsansätze?
  • Drogenverkauf im Drop Inn? (innerhalb der Konsumenten) Wie wird damit umgegangen?
  • Inwiefern hat sich die Szene gewandelt ( Heroin- Crack- Meth….) Wie macht sich das in der Stimmung innerhalb der Konsumenten bemerkbar?
  • Polizeikontrollen um das Drop Inn? Wie wird damit umgegangen, sind die Betroffenen geschützt?
  • Welche Ersatzstoffe werden ausgegeben (Methadon, Subutex…)
  • Bekommen Menschen ohne Krankenversicherung trotzdem Ersatzstoffe?
  • Welche Hilfestellungen kann das Drop Inn bieten, um aus der Sucht rauszukommen?

Fragen an Thorsten Eikmeier von der Krankenstube

  • Wie finanziert sich die Krankenstube? Woher kommen Medikamente und Materialien?
  • Wie weit geht die soziale Beratung und mit welchen Einrichtungen wird kooperiert, an die weitervermittelt werden kann?
  • Wie viele Menschen nehmen das Angebot in Anspruch?
  • Wer wird überhaupt behandelt? Und welche Krankheitsbilder?
  • Gibt es eine psychiatrische Behandlung oder Beratung?
  • Arbeiten Ehrenamtliche in der Einrichtung mit?
  • Wo stoßen die Mitarbeiter/innen, bzw. wo stößt die Einrichtung an ihre Grenzen?
  • Gibt es Patenschaften für Betten?
  • Wie werden die Menschen auf der Straße erreicht?
  • Gibt es Sprachbarrieren?
  • Was, wenn die Menschen nicht mobil sind? Gibt es Besuche der Einrichtung auf der Straße?
  • Wie lange können die Menschen bleiben?
  • Wie wird der große Bedarf gedeckt? Welche Alternativen oder weiteren Möglichkeiten gibt es?

Theorieseminar am 16. April 2019

Liebe Studierende,

für die erste Sitzung im Theorieseminar am 16. April 2019 (14:15-17:45, Gorch-Fock-Wall 7, Raum A1019) zum Thema „Ursachen von Wohnungs- und Obdachlosigkeit“ gibt es nun für die Vorbereitung die ersten Texte zum Lesen – und dazu einen „kleinen Arbeitsauftrag“.

Bitte lest aus der Studie „Befragung obdachloser, auf der Straße lebender Menschen und wohnungsloser, öffentlich-rechtlich untergebrachter Haushalte 2018 in Hamburg“ (PDF zum Download) die folgenden Kapitel:

Kapitel 2.3.18 + 2.3.19 (Seite 69-98)

2.3.18: Wege in die Obdachlosigkeit
2.3.19: „Inhaltliche“ Auslöser der jetzigen Obdachlosigkeit

Kapitel 3.3.17 + 3.3.18 (Seite 147 – 161)

3.3.17: Wege in die Wohnungslosigkeit – Wie sind Sie in Hamburg in die öffentlich-rechtliche Unterbringung gekommen?
3.3.18 „Inhaltlicher“ Auslöser der jetzigen Wohnungslosigkeit

Hierzu gibt es zwei kleine Fragen:

  1. Welches Bild entsteht bei euch nach der Lektüre? Gibt es für euch überraschende Erkenntnisse?
  2. Welche weitergehenden Fragen stellen sich für euch?

(Gesellschaft für Organisation und Entscheidung GOE Bielefeld (2018): „Befragung obdachloser, auf der Straße lebender Menschen und wohnungsloser, öffentlich-rechtlich untergebrachter Haushalte 2018 in Hamburg“; vorgestellt auf der Homepage der Stadt Hamburg: https://www.hamburg.de/obdachlosigkeit/veroeffentlichungen/12033588/obdachlosenstudie-hamburg-2018/)

Zusätzlich empfehle ich noch einen Grundlagentext sowie vertiefende Literatur.

Grundlagentext:

Gerull, Susanne (2014), Wohnungslosigkeit in Deutschland. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), Nr. 20–21/2014, S. 30–36. (Online: https://www.bpb.de/apuz/183448/wohnungslosigkeit-in-deutschland?p=all)

Vertiefende Lektüre:

Feantsa (2016): ETHOS Typology on Homelessness and Housing Exclusion, http://www.feantsa.org/spip.php?article4549&lang=en

Gerull, Susanne (2018): Systematische Lebenslagenuntersuchung wohnungsloser Menschen. Eine Studie der Alice Salomon Hochschule Berlin in Kooperation mit EBET e.V. https://www.ebet-ev.de/nachrichten-leser/erste-systematische-untersuchung-der-lebenslagen-wohnungsloser-menschen.html

Gerull, Susanne (2018): „UNANGENEHM“, „ARBEITSSCHEU“, „ASOZIAL“. Zur Ausgrenzung von wohnungslosen Menschen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ), Nr. 25-26/2018, S. 30-36.

Gowan, Teresa (2010): Hobos, Hustlers, and Backsliders. Homeless in San Francisco. Minneapolis.

Heitmeyer, Wilhelm (Hg.) (2007): Deutsche Zustände. Folge 5. 1. Aufl. Frankfurt am Main.

Heitmeyer, Wilhelm / Endrikat, Kirsten (2008): Die Ökonomisierung des Sozialen. Folgen für „Überflüssige“ und „Nutzose“. – In: Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.): Deutsche Zustände. Folge 6. Frankfurt am Main.

Lutz, Ronald / Simon, Titus (2012): Lehrbuch der Wohnungslosenhilfe. Eine Einführung in Praxis, Positionen und Perspektiven. 2.Aufl: Weihnheim & München.

Bis zur Sitzung am 16.4.2019,

Johan

Protokoll: 30.10.2017

„Professionelle Unterstützungsstrukturen für Wohnungs- und Obdachlose – Ein Überblick“

Protokoll, von Lisa Schneider

Ein Vortrag von Wiebke Krause, ehemalige Philosophiestudentin der Uni Hamburg, zurzeit als Teamleitung bei der Caritas Hamburg tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Flüchtlingsarbeit, diese hat allerdings massive Überschneidungen mit dem Thema Wohnungs-/ Obdachlosigkeit. Denn viele Menschen mit Migrationshintergrund leben auf den Straßen von Hamburg. Und zwar nicht nur EU-Bürger, sondern auch Mensche,n die illegal in der Stadt leben, da sie keine Chance auf ein Bleiberecht haben.

Die Hilfen in Hamburg im Zusammenhang mit Obdachlosigkeit stehen auf drei Säulen:

  1. Hilfen durch die Stadt Hamburg
  2. Hilfen durch die 6 Wohlfahrtsverbände in den Bezirken (die durch die Mittel der Stadt und eigenen Mittel finanziert sind)
  3. Und Hilfen, die auf bürgerschaftlichem Engagement fußen, das in Hamburg sehr stark ausgeprägt und zum Teil hochprofessionell organisiert ist.

Die Hilfeleistungen können zwei Kategorien zugeordnet werden, der Prävention (bei drohendem Wohnungsverlust) und der Hilfe und Unterstützung, wenn es bereits zu Obdachlosigkeit gekommen ist.

  1. Prävention

→ Stadt Hamburg

  • Fachstelle für Wohnungsnotfälle. In jedem Bezirk der Stadt vertreten. Für Menschen die akut von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Die Wohnungssicherung wird angestrebt. Gleichzeitig sind sie für öffentliche Unterbringung zuständig falls der Verlust nicht mehr verhindert werden kann. Auch um die Rückvermittlung in Wohnraum sind die zuständig.
  • Neu hinzugekommen ist eine Fachstelle auch für Menschen die vorher nicht in Hamburg gemeldet waren.
  • Soziale Beratungsstelle für wohnungslose Menschen mit besonderen Schwierigkeiten. Sie ist auch bezirklich organisiert. Es geht um längerfristige Persönliche Hilfe. Dort ist auch die Straßensozialarbeit angedockt.
  • Sozialpsychiatrischer Dienst. Obdachlosigkeit entsteht nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern Sucht und psychische Krankheit können bei einem drohendenden Wohnungsverlust eine große Rolle spielen.
  • Suchtberatungsstellen. Sie werden teilweise von der Stadt, teilweise im Auftrag der Stadt durch freie Träger angeboten.
  • Fachämter für Grundsicherung und Soziales. Sie leisten finanzielle Unterstützung, wenn Menschen nicht arbeitsfähig sind, etwa auf Grund von Erkrankung oder Alter.
  • Jobcenter. Beratung für Menschen ohne Arbeit.
  • Öffentliche Rechtsauskunft (ÖRA). Die in allen Bezirken vertretenen ÖR bietet gegen ein geringes Entgelt Rechtsberatung.

→ Wohlfahrtsverbände

  • Wird vor allem von der Diakonie angeboten.
  • Allgemeine Sozialberatung. Die Hemmschwelle hier hinzugehen ist oftmals niedriger als bei der städtischen Beratung, meist ist auch mehr Zeit für die Gespräche. Sie vermittelt an und begleiten zu den städtischen Stellen.
  • Telefonseelsorge.

→ Bürgerschaftliches Engagement

  • Oftmals spezialisiert z.B. auf Jugendliche, Migration etc., sie sind teilweise durch die Stadt finanziert, teilweise durch Spenden. Sie entstanden aus bürgerschaftlichen Engagement.
  • Hamburger Schuldner und Insolvenzberatung, Menschen mit eigenen Erfahrung in dem Bereich fungieren als ausgebildete Berater/innen.

Menschen mit Migrationshintergrund finden viel seltener den Weg zu Beratungsstellen – die Hürden sind für sie sehr viel höher, auch weil sie das Hilfesystem nicht kennen und Angst haben.

  1. Hilfe und Unterstützung

→ Stadt Hamburg

  • Tagesaufenthaltsstätten.B. das Herz As. Dort kann Wäsche gewaschen und meist auch geduscht werden, es gibt eine Essensausgabe und dort ist es warm. Die Postadresse ist hierhin verlegbar.
  • Straßensozialarbei Ist flächendeckend in der Stadt installiert und macht aufsuchende Beratung. Dort kann man obdachlose Menschen in (nicht akuter) Gefährdung melden.
  • Übernachtungsstätten.
  • seit 01. November 2017 wieder gestartet. Ein rein ehrenamtlicher Verein, der aus der Kritik am Winternotprogramm entstanden ist, unterstützt dort z.B. mit Essenausgabe.
  • soziale Beratungsstelle für wohnungslose Menschen mit besonderen Schwierigkeiten.
  • Dort können sich wohnungslose/obdachlose Menschen, behandeln lassen, sofern sie keine Angst haben ihre Papiere und in manchen Fällen die Krankenkassenkarte vorzuzeigen bzw. die Dokumente überhaupt besitzen.

→ Wohlfahrtsverbände

  • Tagesaufenthaltsstätten. Auf die Bahnhofsmissionen zählen dazu.
  • Aufsuchende Sozialarbeit. Fährt bekannte Plätze ab und bietet Hilfe an wenn notwendig.
  • City-mobil. Ähnliches Konzept, nur eben auch tagsüber.
  • Zahnambulanz und Krankenstube. Stationäre Behandlung auch ohne Papiere.
  • Werden sehr gut genutzt.
  • Übernachtungsstätten. Gibt es zu wenige, nur zwei. Sie zu betreiben ist sehr Personal, Zeit und damit Geld aufwendig. Grund: Dort ist ehrenamtliche Unterstützung am schlechtesten einsetzbar.
  • Sozialberatung f. EU-Zugewanderte. Wird in den jeweiligen Muttersprachen angeboten.

In fast allen Bereichen sind auch Ehrenamtliche oft über viele Jahre neben ihrem Beruf tätig, z.B. Zahnärzte und Allgemeinärzte.

Bürgerschaftliches Engagement

  • z.B Hamburger Tafel, die rein ehrenamtlich aufgestellt ist.
  • Suppenküchen. Z.B. Hilfspunkt e.V.
  • Verpflegung im Rahmen des Winternotprogramms.
  • Anlaufstelle für wohnungslose EU-Bürger (Plata). Sie entstand aus ehrenamtlichen Engagement und hat inzwischen auch bezahlte Stellen.
  • Künsterische Maßnahmen gegen die Kälte e.V. Tagesstätte mit künstlerischen Angeboten.
  • Tagesstätte Alimaus. Die Besonderheit ist hier, dass kirchliches und bürgerschaftliches Engagement zusammenkommt, was nicht häufig vorkommt.
  • Tauschplätze. Dort sind Lebensmittel auf Grund der Ratten inzwischen verboten.

Nach dieser Vorstellung ging Wiebke Krause noch auf die dringliche Frage ein: Was kann ich persönlich tun? Ihre Antwort war:

  • Kleider spenden. Zurzeit sind Mangelwaren: Jacken und Schuhe für kleine Männer und Schlafsäcke.
  • Lebensmittel spenden. Die Tafel hat gerade leere Lager – größere Spendenmengen sind erwünscht.
  • Zeit spenden.

In der Broschüre „Das Soziale Hilfesystem für wohnungslose Menschen“, die auch online zu finden ist, ist das Hilfesystem erläutert und es können die jeweiligen Kontakte und Stellen gefunden werden.

Es folgt eine Diskussionsrunde mit Fragen aus dem Publikum zu u.a. folgenden Themen:

  • Tauschplätze in Unterkünften
  • Aufnahmeverweigerung ins Winternotprogramm von Menschen, die einen Wohnsitz im Ausland haben. Irregulär Zugewanderte können auch nicht am WNP teilnehmen, weil sie dort jederzeit dazu aufgefordert werden können ihre Papiere zu zeigen und dann in Abschiebehaft kommen.

09.12.2017 – Workshop

Alternative Wohnkonzepte für urbane Räume. Tiny Houses als Lösungsvorschlag

Referent: Van Bo Le Mentzel

Nach einem kreativen Warm-up zum Kennenlernen, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst mit Hintergrundwissen rund um die Entstehung und Entwicklung der Tiny Houses versorgt. Van Bo Le Mentzel präsentierte u.a. seine partizipativen Berliner Projekte Tiny House University, StuStuHome und Hotel Lagesu, die durch das Tiny House- Konzept inspiriert wurden.

Während im zweiten Teil des Workshops einige gemeinsam mit Van Bo eigene Tiny Houses entwarfen, bewiesen andere ihr handwerkliches Geschick und bauten insgesamt 4 Modelle des Berliner Hockers .

 

Workshop: Helfen aber wie? (23.10.2017, Teil 1)

Helfen aber wie? Bedürfnislagen erkennen, Abstand wahren, Würde erhalten
Referentin: Sonya Labidi

Kleine Memo zur Präsentation “Helfen – aber wie?” (Sonya Labidi)
“Wir haben Obdachlose gefragt, wie wir ihnen wirklich helfen können”

Im Seminar hatten wir die Reportage “Wie haben Obdachlose gefragt, …” von vice.com besprochen. Ihr könnt sie hier nochmal nachlesen:

https://www.vice.com/de/article/3ben9b/wir-haben-obdachlose-gefragt-wie-wir-ihnen-wirklich-helfen-koennen

Die Alimaus

Der Hilfsverein St. Ansgar e.V. ist ein von Gabriele Scheel zusammen mit Pastor Alfons Rohtert und anderen engagierten Menschen 1992 gegründeter Verein.

Das zentrale Projekt des Vereins wurde die Alimaus.

Was ist die Alimaus? Aufenthaltsraum und Essensausgabe für mittelose Menschen – zum einen. Doch die Alimaus ist viel mehr …

Seit 1999 steht am Nobistor 42 ein rotes finnisches Blockhaus. Das Grasdach, das warme Holz und die Fensterläden versprechen schon von außen Gemütlichkeit. Innen hat das Haus einen Speiseraum mit 60 Plätzen. Bequeme Stühle laden zum Anlehnen und Ausruhen ein.

Die Alimaus: Das sind Menschen mit Herz, Verstand und etwas Zeit.

Mehr als 100 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen und mehreren christlichen Konfessionen sowie Mitglieder von Ordensgemeinschaften waren von Anfang an dabei.

Sie machen es möglich, dass wir täglich wohlschmeckende, nahrhafte Mahlzeiten für unsere zahlreichen Gäste (ca. 500 Mahlzeiten/Tag) zubereiten können.

Für den Bereich der Essensausgabe suchen wir laufend engagierte und herzliche Menschen.

Das betrifft die Zubereitung des Frühstücks und anschließende Ausgabe an unsere Gäste und das Verteilen des warmen Essens am Nachmittag.

Termine Exkursionen WiSe 2017/18

Datum Uhrzeit Anlaufstelle mit Adresse Treffpunkt max. TN-Zahl
26.10.2017 14:00- 16:00 Rundgang Hamburger Nebenschauplätze, Hinz & Kunzt, Altstädter Twiete 1-5 Altstädter Twiete 1-5 20
02.11.2017 12:00- 14:00 Krankenstube für Obdachlose, Caritasverband für Hamburg e.V.
Seewartenstr. 10, 20459  Hamburg
Seewartenstr. 10 5-7
7.11.2017 09:00- 11:00 Jugendhilfe e.V.- Drob Inn, Drogenkonsumraum und Beratungsstelle
Besenbinderhof 71, 20097 Hamburg
Besenbinderhof 71, Eingang „NOX“ max. 20
14.11.2017 10:00- 12:00 Haus Jona
Übernachtungshaus
hoffnungsorte hamburg
Repsoldstraße 46, 20097 Hamburg
Repsoldstraße 46 max. 10
16.11.2017 10:30- 12:30 Winternotprogramm von fördern und wohnen (f&w)
Münzstraße 6-9, 20097 Hamburg
Friesenstraße 21, Hammerbrook 20
23.11.2017 10:00-
11:30
KIDS – Anlaufstelle für Straßenkinder, basis & woge e.V.
Steindamm 11, 20099 Hamburg
Steindamm 11 nach Absprache

 

Kontakt

Cornelia Springer, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Projektleitung „Engagementförderung durch universitäre Lehre“
Fakultät für Geisteswissenschaften, Studiendekanat
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg

E-Mail: cornelia.springer@uni-hamburg.de
Telefon: +49 (0)40 42838 4046
Mobil: +49 (0)172 321 8677

Phoebe Schütz, M.Sc.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Projekt „Engagementförderung durch universitäre Lehre“
Fakultät für Geisteswissenschaften, Studiendekanat
Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg

E-Mail: phoebe.schuetz@uni-hamburg.de
Telefon: +49 (0)40 42838 9914