Category Archives: Transferfragen WiSe 2017/18

Auf dieser Seite stehen Kommentare von Studierenden zu ausgewählten Themen aus der Ringvorlesung des Studienprogramms im Wintersemester 2017/18.

Arbeitsmigration – Armutsmigration, „Wirtschaftsflüchtlinge“

„Armutseinwanderer”, „Sozialbetrüger“ – Die Zuwanderung aus Osteuropa wird kontrovers diskutiert, die Menschen häufig als Bedrohung des deutschen Sozialstaats wahrgenommen. Andreas Stasiewicz zeichnet in seinem Vortrag deutlich den Zusammenhang zwischen Migration und Ausbeutung nach und betont die Ungerechtigkeit in der Behandlung der Menschen als „Maschinen“ statt als „soziokulturelle Wesen“. Diese Problematik sei systemimmanent. Kann ihr folglich nichts entgegengesetzt werden?

Studierendenbeiträge:

Es kann der Problematik etwas entgegengesetzt werden, aber es ist dennoch differenzierter zu betrachten. Er spricht damit ja insbesondere die Makro-Ebene an Continue reading

Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Gesundheit

Welche Auswirkungen kann Wohnungs- und Obdachlosigkeit auf die Gesundheit eines Menschen und den Zugang zum Gesundheitssystem haben? Welche niedrigschwelligen Angebote gesundheitlicher Hilfe gibt es für die Zielgruppe wohnungs- und obdachloser Menschen in Hamburg und wie schätzen Sie diese “Ausstattung” ein?
 

Studierendenbeiträge:

Wer arm ist, ist häufiger krank und umgekehrt. Dieser Teufelskreis wird noch dadurch verschärft, dass Sucht, psychische, akute und chronische Erkrankungen häufig zur Wohnungs- und Obdachlosigkeit führen und andererseits Continue reading

The moral demands of the homeless

Zu Beginn seines Vortrags verwirft Professor Braham den ursprünglichen Titel „Do we have a moral obligation to help the homeless?“. Der neue Titel lautet: “The moral demands of the homeless. The normative case for universal basic income”. Wie begründet er diese „Korrektur“? Positionieren Sie sich selbst zu der Spannung zwischen “obligation“ und „demands“.

Studierendenbeiträge:

In seinem Vortrag stellt Professor Braham nicht die Frage, ob wir eine moralische Verpflichtung haben Obdachlosen zu helfen, sondern ob diese einen moralischen Anspruch auf diese Hilfe haben. Ein Staat hat gegenüber seinen Bürgern die Verpflichtung, allen eine existenzsichernde Unterstützung zu bieten. Ich bin auch der Meinung, dass jeder Einzelne, der sich in einer Situation befindet, in der er die Möglichkeit hat einer bedürftigen Person zu helfen, ohne dabei selbst großen Schaden zu nehmen, moralisch dazu verpflichtet ist dies zu tun. Natürlich ist es nicht möglich, jedem Obdachlosen Geld zu geben. Hier stellt sich die Frage, wie am besten geholfen werden kann, und zwar nicht in Form von einer Geldspende. Als Bürger einer Demokratie steht jede und jeder in der Pflicht, in solchen Belangen Druck auf die Politik auszuüben, sei es auch nur in Form von einem Kreuz auf dem Wahlzettel. Jeder Mensch, der sich in einer so prekären Situation wie die der Obdachlosigkeit befindet, hat meiner Meinung nach das Recht und den Anspruch auf Hilfe von einer Institution, die in der Position ist diese Hilfe zu leisten. Ganz unabhängig davon, wie diese Person zur Obdachlosigkeit gekommen ist.

(Beitrag von L.M.)

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Professor Braham begründet seine “Korrektur” damit, dass ihm bei der Vorbereitung seines Vortrags klargeworden ist, dass es nicht darum gehen sollte, ob wir als Individuuen eine Pflicht haben, Obdachlosen zu helfen, sondern darum klarzustellen, wer wirklich die Verantwortung trägt: Der Staat. Obdachlose Menschen haben wie alle Menschen Rechte, und sicherzustellen, dass diese Rechte auch erfüllt werden, ist nicht Aufgabe der Mitmenschen, sondern des Staates.

Ich stimme Professor Braham in diesem Punkt zu. Wir als Mitmenschen sind nicht dazu verpflichtet, anderen zu helfen (es sei denn, jemand befindet sich in einer akuten Notlage). Das bedeutet natürlich nicht, dass wir es deshalb nicht tun sollten – ohne bürgerliche Initiativen und Mithilfe wäre die Obdachlosenhilfe nicht die, die sie heute ist. Trotzdem ist es eigentlich der Staat, der den Großteil der Verantwortung trägt. Er ist es, der auf die ‘demands’ der Obdachlosen eingehen muss und somit die ‘obligation’ trägt – nicht die Mitmenschen.

(Beitrag von C.I.)

Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft

Beschreiben Sie, ggf. anhand eines prägnanten Beispiels, die Zusammenarbeit und die Rollenverteilung zwischen staatlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Hamburger Unterstützungssystem für Wohnungs- und Obdachlose. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf, um die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern? Welche Herausforderungen gäbe es bei der Umsetzung?

Studierendenbeiträge:

Die Zusammenarbeit zwischen Staat und NGOs ist beispielsweise durch Zahlungen des Jobcenters gegeben. Bezogen auf die Einrichtung haus jona (Hoffnungsorte Hamburg) ist aufzuzeigen, Continue reading

Gerechte Stadtentwicklung

Alexander Hagner betont in seinem Vortrag den Stellenwert von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für Stadtentwicklung. Auch die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) strebt eine “Grüne, gerechte, wachsende Stadt am Wasser” an. Was können Ihrer Einschätzung nach Kriterien einer gerechten und partizipativen Stadtentwicklung (in Hamburg sein)? Wie könnte eine solche praktisch aussehen? Veranschaulichen Sie Ihre Überlegung anhand eines Beispiels.

Studierendenbeiträge:

Um der Frage nach einer gerechten und partizipativen Stadtentwicklung nachzugehen, muss vorher die Definition des Begriffs der Gerechtigkeit zugrunde gelegt werden. Continue reading

Transferfragen WiSe 2017/18

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1. Gerechte Stadtentwicklung

Alexander Hagner betont in seinem Vortrag den Stellenwert von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für Stadtentwicklung. Auch die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) strebt eine “Grüne, gerechte, wachsende Stadt am Wasser” an. Was können Ihrer Einschätzung nach Kriterien einer gerechten und partizipativen Stadtentwicklung (in Hamburg sein)? Wie könnte eine solche praktisch aussehen? Veranschaulichen Sie Ihre Überlegung anhand eines Beispiels.

2. Kooperation zwischen Staat und Zivilgesellschaft

Beschreiben Sie, ggf. anhand eines prägnanten Beispiels, die Zusammenarbeit und die Rollenverteilung zwischen staatlichen Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Hamburger Unterstützungssystem für Wohnungs- und Obdachlose. Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf, um die Situation der Menschen nachhaltig zu verbessern? Welche Herausforderungen gäbe es bei der Umsetzung?

3. Arbeitsmigration – Armutsmigration, „Wirtschaftsflüchtlinge“

„Armutseinwanderer”, „Sozialbetrüger“ – Die Zuwanderung aus Osteuropa wird kontrovers diskutiert, die Menschen häufig als Bedrohung des deutschen Sozialstaats wahrgenommen. Andreas Stasiewicz zeichnet in seinem Vortrag deutlich den Zusammenhang zwischen Migration und Ausbeutung nach und betont die Ungerechtigkeit in der Behandlung der Menschen als „Maschinen“ statt als „soziokulturelle Wesen“. Diese Problematik sei systemimmanent. Kann ihr folglich nichts entgegengesetzt werden?

4. The moral demands of the homeless

Zu Beginn seines Vortrags verwirft Professor Braham den ursprünglichen Titel „Do we have a moral obligation to help the homeless?“. Der neue Titel lautet: “The moral demands of the homeless. The normative case for universal basic income”. Wie begründet er diese „Korrektur“? Positionieren Sie sich selbst zu der Spannung zwischen “obligation“ und „demands“.

5. Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Gesundheit

Welche Auswirkungen kann Wohnungs- und Obdachlosigkeit auf die Gesundheit eines Menschen und den Zugang zum Gesundheitssystem haben? Welche niedrigschwelligen Angebote gesundheitlicher Hilfe gibt es für die Zielgruppe wohnungs- und obdachloser Menschen in Hamburg und wie schätzen Sie diese “Ausstattung” ein?