Category Archives: Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel 2017/18

Team: Lena D., Kim W., Fabienne K., Rhia B.

Das Projekt hat in uns den Wunsch geweckt, dass es tatsächlich ein „Hamburg für alle“ gibt.

Fast drei Monate waren wir zu viert in der Einrichtung des Hamburger Fürsorgevereins/ Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel in der Kieler Straße aktiv. In der Zeit haben wir einiges Neues im Austausch mit den wohnungs- und obdachlosen Menschen gelernt, und es gibt einiges zu berichten.

Das wohnungslose Ehepaar, das Lena betreute, hat durch die Saga eine passende Wohnung bekommen und wird dort einziehen. Dem Mann mit seiner Mutter, denen Kim bei der Suche nach einer Wohnung geholfen hat, konnte ebenfalls in eine Wohnung vermittelt werden. In der letzten Zeit haben wir uns dann um den Fall des Mannes gekümmert, von dem wir in unserem letzten Beitrag berichtet hatten. Wir haben Quittungen und Rechnungen sortiert und diese in eine Liste im Computer eingetragen, damit es ihm leichter fällt eine Steuererklärung für die letzten Jahre zu machen. Mittlerweile ist alles sortiert und Reinhold kümmert sich um den Rest.

Fabienne hat in einer der ersten Ehrenamtseinsätze einem obdachlosen Mann mit einer körperlichen Einschränkung bei der Jobsuche geholfen und danach neben der öffentlichen Beratung viel Organisatorisches im Büro erledigt, u.a. Unterlagen sortiert. Dadurch hat sie in den drei Monaten sowohl zwischenmenschlich als auch organisatorisch einiges dazu lernen und mitnehmen können.

Zum Schluss können wir sagen, dass wir in dieser kurzen Zeitspanne einiges gelernt haben und auch interessante Begegnungen hatten, zu denen wir im Alltag nicht gekommen wären. Nah dran an Menschen in speziellen Lebenslagen zu arbeiten ist noch eine andere Situation, als auf der Straße unbeteiligt an ihnen vorbeizulaufen, haben wir festgestellt. Das Projekt hat in uns den Wunsch geweckt, dass es tatsächlich ein „Hamburg für alle“ gibt. Es kann zudem sehr erfüllend sein, zu sehen, wie wir alle einen Beitrag leisten können – egal, wie gering er sein mag, und damit ein Stück Verantwortung für unsere Gesellschaft, von der wir selbst auch Teil sind, zu übernehmen.

Ebenfalls zu erwähnen ist der super Austausch mit unserem Ansprechpartner Reinhold. Der Kontakt zwischen uns war immer positiv und selbst bei kurzfristigen Terminänderungen war er immer noch fröhlich und dankte uns für unsere Arbeit. Für die weitere Zukunft ist ein Abschlusstreffen geplant, damit wir gemeinsam das Projekt reflektieren und auswerten können.

Wir werden motiviert dran bleiben!

Wir sind inzwischen mehrere Wochen in der Einrichtung des Hamburger Fürsorgevereins/ Soziale Beratungsstelle Eimsbüttel in der Kieler Straße im Einsatz. Dort haben wir einige wohnungs- bzw. obdachlose Menschen kennengelernt, um sie bei der Wohnungs- oder Jobsuche zu beraten und aktiv zu helfen, besonders den uns zugeteilten Klienten/innen.

Lena hilft einem wohnungslosen Seniorenehepaar bei der Wohnungssuche. Zur Zeit kontaktiert sie vorwiegend Wohneinrichtungen für Senior/innen, da sie hier die größte Chance sieht, eine günstige Wohnung zu finden, die einigermaßen barrierefrei ist. Die Suche besteht im Moment zum größten Teil daraus, E-Mails zu schreiben und auf Antworten zu warten, die meistens spät oder gar nicht kommen. Deshalb hat Lena auf Bitten von Reinhold noch eine weitere Aufgabe übernommen.

Ende letzten Jahres ist ein eher akuter Fall beim Fürsorgeverein eingegangen. Hierbei geht es um einen Mann, der bisher selbstständig war. Die Aufgabe besteht hier im Moment darin, Quittungen und Rechnungen zu sortieren, um diese einem Steuerberater vorzulegen und somit zu versuchen, das Gewerbeverbot, welches dem Mann droht, abzuwenden. Diese Aufgabe macht Lena besonders viel Spaß, da es sich um ein sehr akutes Problem handelt, bei dem sie auch ohne besondere Vorkenntnisse, Qualifikationen oder Kontakte helfen kann.

Kim ist immer noch auf Wohnungssuche mit einem Mann und seiner Mutter. Sie treffen sich einmal die Woche in der Einrichtung des Hamburger Fürsorgevereins und suchen gemeinsam am Laptop nach passenden Angeboten. Diese Suche gestaltet sich schwieriger, denn es müssen viele verschiedene Faktoren, wie die eingeschränkte Mobilität der Mutter und der Job des Mannes, berücksichtigt werden.

Fabienne hat einem obdachlosen Mann mit einer körperlichen Einschränkung bei der Jobsuche geholfen. Einige Tage nach dem Beratungstermin hat der Klient einen für ihn passenden und interessanten Job gefunden. Bei den nachfolgenden Einsätzen hat Fabienne neben der öffentlichen Beratung viel Organisatorisches im Büro erledigt, Telefongespräche geführt und sich auf Internetseiten über bestimmte Informationen für andere Klient/innen schlau gemacht. In Kürze wird der nächste Klient folgen, den sie betreut.

Nach wie vor fühlen wir uns im Ehrenamt des Hamburger Fürsorgevereins wohl. Der kommunikative Austausch mit unserem Ansprechpartner Reinhold verlief bisher positiv. Auch der Herausforderung, dass die Wohnungs- und Jobsuche viel Zeit und Arbeit in Anspruch nimmt und nicht immer von Erfolg gekrönt ist, mussten wir uns bereits stellen. Unabhängig davon, in welcher Lage wir uns jeweils zurzeit befinden, werden wir motiviert dran bleiben und freuen uns über jeden Erfolg, den wir erleben.

Projektstart

Wir  haben die Einrichtung der Sozialen Beratungsstelle Eimsbüttel (SBS)* mit den Mitarbeiter/innen kennen gelernt und besprochen, wie wir als Gruppe unsere gewünschten Aufgaben verteilen und uns einbringen können. In die Einrichtung kommen obdachlose bzw. wohnungslose Menschen, um sich bei der Wohnungs- oder Jobsuche wie auch in Rechtsfragen beraten und aktiv helfen zu lassen. Jeder von uns hat einen ihr zugeteilte/n Klienten/in, die wir bedürfnisorientiert unterstützen. Lena hilft einem wohnungslosen Seniorenehepaar bei der Wohnungssuche, Kim hilft einem wohnungslosen Mann mit seiner Mutter bei der Wohnungssuche, Fabienne hilft einem obdachlosen Mann bei der Jobsuche und vorerst bei der öffentlichen Beratung.

Vor Ort können wir uns ebenfalls um einen Wohnungsangebotsordner kümmern, in dem eine Vielzahl von Wohnungsangeboten regelmäßig aktualisiert werden müssen, damit Klienten/innen auch eigenständig nach Wohnungen schauen können. Bisher ist es uns gut gelungen, für alle eine Tätigkeit zu finden, die uns sehr interessiert, und dank unseres Austauschs über die Plattform „Piratenpad“ sowie eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe halten wir uns trotz unserer verschiedenen Arbeitszeiten innerhalb der Gruppe auf dem aktuellen Stand. Auch die ursprünglichen Ziele haben sich nun konkretisiert, nachdem wir uns vor Ort damit auseinander gesetzt haben, was uns bei der Wohnungs- und Jobsuche für Obdachlose und Wohnungslose genau erwartet. Innerhalb der nächsten Wochen werden wir noch tiefer in die ehrenamtliche Arbeit einsteigen und unsere Klienten/innen kennen lernen, um diese dann in unserer jeweiligen Tätigkeit zu unterstützen. Sicherlich werden wir uns dabei der einen oder anderen Herausforderung stellen. Bisher haben wir uns jedenfalls in der Einrichtung des Hamburger Fürsorgeamts wohl gefühlt und standen in einem kommunikativen Austausch mit unserem Ansprechpartner Reinhold Ziegler. Die Herausforderung wird sein, dass sich die Wohnungs- sowie die Jobsuche in Hamburg nicht gerade einfach gestaltet und es durchaus sehr viel Durchhaltevermögen brauchen wird, ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen.

 

* vorübergehend war die SBS | Hamburger Fürsorgeverein von 1948 e.V. in der Kieler Straße 438 untergebracht. Inzwischen finden Sie sie wieder im Waterloohain 7, 22769 Hamburg.