Spendenbox für Hygieneartikel – Wo soll es hingehen?

Letzte Woche habe ich mich dem Projekt „Hygienebox“ angenommen. Die Idee stammt von einer Studierenden-Gruppe aus dem Wintersemester 2017/18, die zusätzlich zu ihrer Arbeit in der Kleiderkammer noch mehr zur Unterstützung obdachloser Frauen* im Bereich Hygiene-/Menstruationsprodukte tun wollte. Sie wollten dabei auf die Ungerechtigkeit hinweisen, dass Tampons, Binden und ähnliches in Deutschland immer noch wie ein Luxusgut besteuert werden. Das ist gerade für Frauen* in schwieriger finanzieller Lage ein großes Problem.

Mehr zu ihren Überlegungen findet ihr hier: https://hamburg-fuer-alle.blogs.uni-hamburg.de/category/kleiderkammer-notkestrasse-2017-18/.

Inzwischen ist die dadurch entstandene physische Box leider seit einigen Monaten unbetreut – und das sieht man ihr auch an. Generell ist es schade, dass sie nur im AStA-Infocafé auf dem Campus steht und dadurch vielleicht für wohnungslose Menschen nicht optimal zugänglich und präsent ist. Außerdem wäre es eigentlich gut, wenn die Box zum Selbstläufer wird, das heißt, auch ohne die regelmäßige Pflege einer*s Seminarteilnehmer*in weiter besteht.

Um nicht nur Symptome zu behandeln, sondern die Ursachen für die besonderen Schwierigkeiten für Frauen* auf der Straße im Bezug auf Menstruation anzugehen, sollte so ein Projekt auch inhaltliche Ziele verfolgen, zum Beispiel die Bekämpfung der Luxus-Steuer auf Tampons, Binden etc.

Das führt zu der Frage, wieviel Zeit und Energie in die tatsächliche Box, oder besser, in die Bereitstellung von kostenlosen Hygieneprodukten für obdachlose Frauen* und wieviel in die Weiterbildung und die inhaltliche Arbeit für weniger Ungerechtigkeit in Bezug auf Menstruation gesteckt werden soll.

Fakt ist: Eine (oder mehrere) nachhaltige, bedarfsgerechte und gut positionierte Hygienebox(en) zu schaffen ist definitiv schwieriger, aber nur von Infoveranstaltungen an der Uni ist wahrscheinlich keiner obdachlosen Frau* direkt geholfen.

Der nächste Schritt ist wohl, dass ich mir überlegen muss, worauf der Fokus dieses Projekts in Zukunft liegen soll. Danach sollte ich für dieses Thema relevante Personen und Orte aufsuchen und mir Rat holen, wie ich dieses Ziel bestmöglich erreichen kann. Und vielleicht findet sich dabei ja auch der*die ein oder andere Kooperationspartner*in!

 

(Mit Frauen* sind hier alle Personen  gemeint, die eine/n Vulva, Vagina, Uterus oder Eierstock haben und sich deswegen mit deren Pflege und Hygiene beschäftigen müssen.)

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