Author Archives: Kyra

Studienleistung: Wohnungsbesichtigungen und Behördengänge??

Im Rahmen des Seminars „Engagiert für Wohnungs- und Obdachlosigkeit“ an der Uni Hamburg sind im Wintersemester 2018/19 einige der Teilnehmer/innen als Wohnungslots/innen tätig und unterstützen Geflüchtete auf dem Weg in die erste eigene Wohnung in Hamburg.

Was ist beim Casting wichtig?

Der Verein „Bergedorfer für Völkerverständigung e.V.“ kümmert sich um Wohnungen, die von Baugenossenschaften wie der SAGA oder Bergedorf Bille eigens für die Vermietung an wohnungslose Geflüchtete zur Verfügung gestellt werden. Im nächsten Schritt findet eine Art Casting statt, bei dem Geflüchtete sich vorstellen können und im Laufe dessen entschieden wird, ob sie die Bedingungen für eine Wohnungsvermittlung erfüllen (ausreichende Deutschkenntnisse, Besitz von erforderlichen Dokumenten usw).

Wie läuft die Vermittlung in die eigene Wohnung ab?

Nun kommen die Wohnungslots/innen ins Spiel. Diesen wird vom Verein jeweils eine Wohnung und ein/e Wohnungsinteressent/in zugeteilt. Die Aufgabe der Wohnungslots/innen ist es, die Interessent/innen im Prozess der Wohnungsvermitlung zu begleiten. Dazu gehört zunächst der Besichtigungstermin, später dann diverse Behördengänge.

Wenn alles erfolgreich verläuft, steht am Ende dieses Prozesses ein unterschriebener Mietvertrag. Eine bis dahin wohnungslose Person hält schließlich den Schlüssel für ihre eigenen vier Wände in den Händen.

Start in ein neues Leben: Wohnungen für Geflüchtete

Den Grundstein für ein eigenständiges Leben legt die erste eigene Wohnung. Der Verein „Bergedorfer für Völkerverständigung e.V.“ vermittelt Wohnungen von Genossenschaften (wie beispielsweise der SAGA) an wohnungslose Geflüchtete. Im Rahmen des Seminars „Engagiert für Wohnungs- und Obdachlose“ erhalten wir als Studierende die Möglichkeit, den Prozess der Wohnungsvermittlung zu begleiten.

„Wer spricht denn schon fließend Beamtendeutsch?“

Dass kleine Hürden ganz schnell zu riesigen Herausforderungen werden können, kennen wir alle. Schließlich haben wir als Studierende doch selber vor nicht allzu langer Zeit die ersten Behördengänge hinter uns gebracht. Wie war das noch mit der Nettomiete? Oder was genau waren noch gleich die Betriebskosten? Wo finde ich den günstigsten Stromtarif? Und was genau muss ich bei der GEZ eigentlich bezahlen?

Auch wir haben uns diese Fragen gestellt und mussten uns durch das Beamtendeutsch kämpfen. Aber zum Glück wurden wir nicht hilflos im Papierchaos zwischen BAföG-Anträgen und Staffelmieten stehen gelassen. Wir wurden auf diesem Weg in die eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft begleitet und unterstützt. Wir konnten uns hilfesuchend an Eltern, Freunde oder Kommilitonen wenden und haben uns zusammen durch die Anträge, Stromtarife und Besichtigungen gekämpft.

„Wir werden Ansprechpartner.“

Denn wenn wir ehrlich sind, bringen uns Ämter und Mietverträge auch immer etwas aus der Fassung. Umso wichtiger ist es sich bei diesem Prozess auf jemanden verlassen zu können und Ansprechpartner zu haben, das können wir aus eigener Erfahrung bestätigen. Und nun wollen wir als Studierende diese Ansprechpartner werden.

Diesen Weg werden wir dokumentieren, und wir sind gespannt, was uns in den nächsten Wochen erwartet.